Leuggern

Der Dorfkern wird ein Begegnungsort – dafür sollen die Autos unter die Erde

Velofahrer, Fussgänger und Autofahrer sollen gleichberechtigt das Dorfzentrum in Leuggern benutzen dürfen.

Das Konzept für die Neugestaltung der Strassen und Plätze zwischen Spital, Schulen und Kirche in Leuggern liegt vor.

Der Dorfkern rund um die Kirche, das Primarschulhaus und das Gemeindehaus soll deutlicher erlebbar werden und Orte der Begegnung bieten. Dieses Ziel hat sich der Gemeinderat Leuggern für die laufende Legislatur vor zweieinhalb Jahren gesteckt. Mittlerweile ist die Planung soweit gediehen, dass ein Konzept vorliegt, das die beteiligten Partner, nämlich Gemeinde, Kirchgemeinde und Spital, weiterverfolgen wollen.

Das Ennetbadener Büro Arcoplan begleitete das Planungsverfahren, zu dem ursprünglich fünf Teams aus Architekten, Landschaftsarchitekten und Verkehrsplanern eingeladen waren. Das Beurteilungsgremium empfahl das Konzept des Brugger Teams mit Landschaftsarchitekt Felix Naef, Architekt und Projektleiter Walter Tschudin sowie Verkehrsplaner Thomas Belloli zur Weiterbearbeitung.

Autos sollen nur noch 20 Kilometer pro Stunde fahren

Am Dienstagabend stellte Paul Keller vom Büro Arcoplan das Konzept interessierten Leuggemer Einwohnerinnen und Einwohnern vor. Das Siegerteam Naef schlägt vor, dass die heute bestehenden Unterschiede zwischen Strasse, Gehwegen, Rabatten und Grünstreifen aufgehoben und bis zu den Gebäudefassaden offene Plätze geschaffen werden.

Mit unterschiedlichen Pflästerungen und verschieden möblierten Baumgevierten wird eine offene Platzlandschaft gebildet. Die Fahrbahnen werden aufgehoben. Alle Verkehrsteilnehmer, also auch Fussgänger und Radfahrer, können die Aussenräume im Bereich von Kirche, Primarschule, Kommendeweg und Schulstrasse gleichberechtigt benutzen. Die Geschwindigkeit wird auf 20 Kilometer pro Stunde beschränkt. Die unübersichtliche Ausfahrt auf die Hauptstrasse beim Restaurant Sonne wird aufgehoben.

Das Konzept der Brugger Planer sieht weiter vor, dass der Friedhof, dessen Lage und Grösse immer wieder verändert worden ist, an seinem südlichen Ende verkleinert wird. Die Zufahrt zur Notfallaufnahme des Spitals wird begradigt. Das so geschaffene Baufeld könnte für eine unterirdische Garage und eine Wohnüberbauung genutzt werden.

Wesentlicher Aspekt der Neugestaltung ist die Parkierung und deren Bewirtschaftung. Im Endausbau würden oberirdisch noch etwa 30 öffentliche Parkplätze angeboten, heute sind es rund 220. Das bedeutet, dass 190 Plätze mit einem unterirdischen Parkhaus realisiert würden.

Die Sanierung der Kirche ist abgeschlossen, nächstes Jahr wird das neue Pflegeheim fertig. «Dies ist der letztmögliche Zeitpunkt, eine Gestaltung der Aussenräume zu erreichen, die alle Nutzungen einbezieht», sagte Paul Keller den anwesenden Leuggemer.

Ob man deshalb nicht abwarten müsse, bis der Regierungsrat die Standorte der Oberstufen festgelegt habe, fragte ein Bürger. Dieser Entscheid werde in sechs Monaten erwartet, erwiderte Gemeindeammann Stefan Widmer. «Bis dann fahren die Bagger noch nicht auf.»

Das Konzept sieht eine Etappierung vor, die als ersten Ausführungsschritt den Platz im Bereich der Kirche und des Primarschulhauses vorsieht. Stefan Widmer erklärt zudem, dass der Steuersegen von 24 Millionen Franken, der vor kurzem über die Gemeinde eingebrochen ist, das Projekt nicht beschleunigt.

«Auch wenn der finanzielle Spielraum nun grösser ist, hätten wir nur schon personell die Ressourcen nicht, um das Projekt im Schnellzugstempo durchzuziehen. Wir machen das, was sich zum gegebenen Zeitpunkt als sinnvoll erweist.» Der Treiber für die Gestaltung des Dorfkerns seien vielmehr die Investitionen gewesen, welche Bank, Spital und Kirche getätigt hätten.

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