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Der Luchs von Leuggern stammt vermutlich aus dem Kanton Solothurn

Auf dem Buck oberhalb des Leuggemer Ortsteils Fehrental tappte der Luchs mehrmals in die Kamerafalle

Auf dem Buck oberhalb des Leuggemer Ortsteils Fehrental tappte der Luchs mehrmals in die Kamerafalle

Seit April wurde im Kanton Aargau mehrmals ein Luchs gesichtet. Die grösste Raubkatze Europas hält sich derzeit im Zurzibiet auf. Nun gibt der Fachbereichsleiter der kantonalen Sektion Jagd und Fischerei Auskunft über das Tier.

Am 28. April tappte der derzeit im Kanton Aargau ansässige Luchs im Leuggemer Ortsteil Fehrental zum ersten Mal in die Kamerafalle. Andrej Jäger, Pächter und Jagdaufseher der Jagdgesellschaft Hochwacht sprach damals von einzigartigen Aufnahmen. Dass diese Sichtungen tatsächlich Seltenheitswert haben, bestätigt nun auch Erwin Osterwalder, Fachbereichsleiter der kantonalen Sektion Jagd und Fischerei «Einen Luchs trifft man eher selten an. Nicht weil er ein scheues, sondern weil er ein unauffälliges Tier ist», sagt er.

Dass die Wildkatze im Kanton gesichtet wurde, freut ihn. Auch, dass das Tier bereits mehrmals bei seinen Streifzügen beobachtet werden konnte. Ob sich das Raubtier schon länger in der Schweiz aufhält, oder es sich um einen noch nicht identifizierten Luchs handelt, wird derzeit abgeklärt. So wurden Fotos und Filme an die in Bern ansässige schweizerischen Koordinationsstelle für Raubtierökologie und Wildtiermanagement (Kora) gesendet.

Dort werden diese schliesslich mit der bestehenden Luchs-Datenbank abgeglichen. «Jeder Luchs hat eine individuelle Fellzeichnung. Anhand der Punkte kann man erkennen, um welches Tier es sich handelt», so Osterwalder. Ebenfalls noch nicht bekannt ist, ob sich bei dem gesichteten Luchs um ein männliches oder weibliches Exemplar handelt. Dies sei auf dem bisher eingegangen Bildmaterial nicht erkenntlich. Somit ist auch unklar, ob er derzeit Jungtiere mit sich führt.

Solothurn ist fast flächendeckend mit Luchsen besiedelt

Laut Osterwalder befinden sich derzeit 250 Luchse in der Schweiz. Die durchschnittliche Reviergrössen der Raubtiere beträgt jeweils um die 100 km2. Osterwalder vermutet, dass der in Fehrental gesichtete Fuchs aus einem der westlichen Nachbarkanton stammt. «Gerade der Kanton Solothurn ist fast flächendeckend mit Luchsen besiedelt. In Solothurn und im Kanton Baselland haben wir eine permanente Präsenz von herumwandernden Luchsen.»

Wie viele Tiere in den letzten 50 Jahren durch den Kanton Aargau gestreift sind, kann Osterwalder nicht beziffern. «Noch betreiben wir kein systematisches Monitoring, Wir liegen ausserhalb des Referenzgebiets der Kora, in dem der Bestand alle drei Jahre geprüft wird», so Osterwalder. Da das Gebiet der Kora erst in Solothurn anfängt, kommen die Aargauer nur knapp nicht in Genuss diese Services. Trotzdem dürfen sich die Kantonsbewohner von Zeit zu Zeit über Sichtungen der der grössten Raubkatze Europas freuen. So wurde beispielsweise 2016 auf dem Grenzgebiet der Kanton Aargau und Solothurn ein weiteres Tier entdeckt.

Obwohl Osterwalder immer mal wieder gesicherte Nachweise von in den Grenzgebieten gesichteten Luchsen erhält, spricht er bei Luchsbegegnungen von einem Zufall. Trotzdem hat er selbst auf seinem Arbeitsweg über die Staffelegg auch schon eines der Tiere entdeckt. Bei einer Begegnung mit den Raubkatzen müssen man als Mensch übrigens keine Angst haben. «Ich habe noch nie von einem Luchsangriff gehört. Wichtig ist aber, dass man die Tiere nicht in die Enge treibt, sie in Ruhe lässt und sich aus der Ferne über die Begegnung freut.»

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