Bad Zurzach

Die Durchgangsstrasse in Bad Zurzach wird zum Lebensraum

Trottoir-Erweiterungen in Bad Zurzach: In der Schwertgasse werden temporär erste Ideen aus dem Fleckenkonzept erprobt.

«Das ist eine Super-Idee», freut sich Silvia Baumgartner, die Filialleiterin von Café-Bäckerei Maier in der Schwertgasse in Bad Zurzach. «Das gibt Leute. Man muss Leben in die Gasse bringen. Und wenn man die Leute jetzt abholen kann, werden sie auch später kommen.»

Vor dem Ladenlokal ist seit neuestem ein Parkfeld mit einfachen Mitteln in einen Aussenbereich des Cafés verwandelt worden – mit einem langen Tisch und zwei Bänken auf einem Bretterboden. Gesichert ist die Trottoir-Erweiterung mit einem Holzgeländer und gegen die Strasse hin zusätzlich mit massiven Beton-Elementen.

So könnte es nach Eröffnung der Ostumfahrung sein

«Wir wollen zeigen, wie es in der Schwertgasse im Jahr 2023 – nach der Eröffnung der Ostumfahrung – aussehen könnte», sagt Gemeindeammann Bernhard Scheuber zu den temporären Aufwertungsideen. «Wir wollen zeigen, dass eine Durchgangsstrasse zum Lebensraum werden kann. Dazu braucht es Ideen.»

Auf den Tisch gebracht worden waren diese Ideen im Rahmen eines Workshops zum Fleckenkonzept. Nachdem der Kanton seine Einwilligung gegeben hatte, ist jetzt in der Schwertgasse an mehreren Stellen das Trottoir zu kleinen Inseln erweitert worden. Entgegengekommen ist dem Vorhaben die noch bis gegen Ende Jahr dauernde Sperrung der Schwertgasse für den Durchgangsverkehr wegen der Bauarbeiten an der Ostumfahrung.

«Wir wollen diese Zeit nutzen, um Erkenntnisse für später zu gewinnen», so Bernhard Scheuber. Das heisst für jenen Zeitpunkt, in dem Ostumfahrung und Bahnhofspange fertig sind und die Schwertgasse zur hindernisfreien Begegnungszone geworden ist. «Dann muss es funktionieren», betont der Gemeindeammann. Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass die Aufhebung der wenigen Parkfelder zu «Reaktionen» geführt hat.

Es sind Spielwiesen für das Volk und das Gewerbe

«Es sind Spielwiesen, nicht nur für das Gewerbe, sondern auch für die Bevölkerung», erklärt Theo Schneider, der sich im Rahmen des Fleckenkonzepts als «Fleckenkümmerer» um den Gedankenaustausch mit der Bevölkerung kümmert. «Ohne das Mitmachen der Bevölkerung ist alles nichts. Daher haben wir diese Inseli gemacht. Jetzt sind die Ladenbesitzer gefordert. Eines ist sicher: Wenn man nichts macht, erreicht man nichts.»

Dass sich die Trottoir-Erweiterungen nicht nur als Begegnungsorte nutzen lassen, zeigt sich vor dem Haus «Zur Taube». Franziska Baldinger von Linea Franca hat das Inseli vor ihrem Geschäft gewissermassen als Aussenschaufenster in Beschlag genommen. Vor dem Alten Landjägerposten mit seinem Säulenvorbau ist die Erweiterung zusätzlich mit einem Mini-Garten in einem blau gestrichenen Palettrahmen – dem «Kleinen Wiesenstück», wie auf dem Schild zu lesen ist – aufgewertet worden.

Bei den Geschäftsleuten in der Schwertgasse scheinen die Trottoir-Erweiterungen auf gute Aufnahme zu stossen. «Ich finde das super», sagt jedenfalls Roxana Potroaca, die Inhaberin von «Roxy‘s Restaurant und Bar». «Es werden alle profi­tieren.»

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