Bad Zurzach

Die knatternden Zweiräder trafen sich zur Wallfahrt

Blickfang: Diese Indian Scout weckte das Interesse der zahlreichen Töff-Liebhaber auf dem Achenberg.

Blickfang: Diese Indian Scout weckte das Interesse der zahlreichen Töff-Liebhaber auf dem Achenberg.

An ihrer Bergparty haben sich die Fans von Harley-Davidson und Indian auf dem Achenberg getroffen. Ein Happening für Liebhaber von lauten Tönen.

«Es ist schön hier oben», stellt Hanspeter Ruf aus dem solothurnischen Stüsslingen fest. «Ich habe durch einen Kollegen von der Bergparty gehört und mir gesagt: Fährst mal hin.» Zum Treffen des Harley und Indian Clubs Schweiz auf dem Achenberg ist Hanspeter Ruf stilgerecht angereist: Auf seiner prächtigen, chromblitzenden Harley-Davidson, einer so genannten «Knucklehead» aus dem Jahre 1947, mit Seitenwagen. «Die Maschine läuft seidenweich und hat Dampf», erklärt er auf die Frage, was denn den Reiz des Fahrens eines solchen Töffs ausmache. «Ich flippe beinahe aus, wenn ich beim Fahren etwas machen kann. Die Seele fährt mit. Mein erstes Motorrad war eine Harley. Deshalb fahre ich Harley.»

Laufend knattern Motorräder der beiden legendären US-Marken heran. Statt der Schwarzen Madonna in der Loretokapelle gilt die «Wallfahrt» Harley-Davidson und Indian. Es herrscht ein Kommen und Gehen. Die einen kommen für einen kurzen Besuch. Andere – darunter Gruppen aus den Niederlanden und aus Deutschland – haben gleich ihre Zelte aufgebaut. Man kennt sich. Schliesslich geht es beim Harley und Indian Club Schweiz – so steht es jedenfalls auf der Homepage – um die «Pflege des Harley und Indian-Feelings». Im Mittelpunkt der dreitägigen Bergparty steht die Geselligkeit.

Die knatternden Zweiräder trafen sich zur Wallfahrt

Eindrücke vom Achenberg.

Eigentlich Rivalen

«Wir erwarten insgesamt zwischen 350 und 500 Harley- und Indian-Fahrer und -Fahrerinnen», sagt Eric van den Ploeg, der Präsident des Harley und Indian Clubs Schweiz bei Halbzeit der Party. «Der Club besteht seit 1973 und umfasst gegenwärtig rund 180 Mitglieder, darunter mehr als ein Dutzend Frauen. Leider haben wir ein Nachwuchsproblem. Das Durchschnittsalter liegt bei 58 Jahren.»

Eigentlich seien Harley und Indian ja Rivalen, meint Eric van den Ploeg. Mindestens eine Gemeinsamkeit weisen die Motorräder jedoch auf, mit deren Produktion William Harley und Arthur Davidson 1903 in Milwaukee und zwei Jahre früher, 1901, George Mallory Hendee und Oscar Hedstrom in Springfield – unter der Bezeichnung Indian – begonnen hatten: die grossvolumigen Zweizylinder-V-Motoren. Während sich Harley-Davidson über all die Jahre behaupten konnte, verschwand Indian – die Marke mit dem Indianerkopf – für längere Zeit. 2011 feierte die Marke aber seine Wiederauferstehung. Offensichtlich mit Erfolg. Das zeigt sich jedenfalls anhand der modernen Indians, die auf dem Achenberg neben den unzähligen Harleys aller Typen – von der rassigen Sportster bis zu den gewaltigen Softtail-Typen mit so treffenden Bezeichnungen wie «Fat Bob» oder «Low Raider» – zu sehen sind. Absoluter Blickfang ist jedoch eine archaisch wirkende Indian Scout, die neben einer gewaltigen Indian Chief steht. «Mega schön», meint ein kleiner Bub – und nicht nur er.

Während sich die Harley- und Indian-Fahrerinnen und Fahrer zum Ride Out aufstellen, bringt es Sheila, die mit ihrer Harley aus Luzern angereist ist, auf den Punkt: «Harley-Fahren hat schon viel mit Lebensgefühl und Freiheit zu tun.»

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