Im Zurzibiet sorgen derzeit gleich mehrere Sportler für positive Schlagzeilen. Zuletzt reihte sich Erfolgsmeldung an Erfolgsmeldung. Zu verdanken ist dies besonders drei Vertretern aus Tennis, Radfahren und Handball.

Zum einen ist da Tennisspielerin Stefanie Vögele. Die Leuggemerin sorgte Anfang März mit ihrem Finaleinzug beim WTA-Turnier in Acapulco (Mexiko) für Furore. In Lugano erreichte sie vergangene Woche den Halbfinal und kehrte in der Weltrangliste unter die besten Hundert zurück.

Ein Ausrufezeichen setzte auch Radprofi Silvan Dillier, als er beim Radklassiker Paris-Roubaix sensationell Zweiter wurde. Damit ist der 27-jährige in Ehrendingen wohnhafte Schneisinger der erste Schweizer seit Fabian Cancellara, der es bei dem schwersten Eintagerennen aufs Podium geschafft hat.

Darüber hinaus gibt es von einem der Vorzeigeklubs der Region, dem TV Endingen, Erfreuliches zu vermelden. Ein Jahr nach dem umjubelten Wiederaufstieg in die Nationalliga A steht die Mannschaft kurz vor dem grossen Saisonziel – dem Klassenerhalt. Am Sonntag hat sie die Chance, mit einem Sieg gegen GC Amicitia Zürich alles klar zu machen.

Es sind Erfolge, die Vögele, Dillier und den TV Endingen ins nationale und internationale Scheinwerferlicht rücken lassen. Doch welche Bedeutung haben sie dort, wo alles begonnen hat? Wie werden die sportlichen «Helden» in ihren Heimatgemeinden wahrgenommen?

Kein Tennisboom in Leuggern

«Dass es Stefanie so gut läuft, erfüllt uns hier mit viel Freude», sagt Stefan Widmer, Gemeindeammann von Leuggern. Es sei stets schön, in den Nachrichten von ihren Siegen zu lesen. In Zahlen lasse sich der Einfluss der Erfolge Vögeles auf die Gemeinde zwar nicht messen, «aber für das Image von Leuggern sind sie sicher vorteilhaft.» Ihr «Leben aus dem Koffer» verhindere, dass die 28-Jährige in der 2200Einwohner-Gemeinde häufig anzutreffen sei, so Widmer. Wenn sie aber mal da sei, ziehe sie sich nicht zurück. «Die Leute im Dorf sehen sie oft und kennen sie gut.»

Ihre ersten Gehversuche hat Stefanie Vögele im Tennisclub Leuggern gemacht, bevor sie im Jugendalter nach Biel auszog. Auf ein neues Toptalent muss im Klub indes noch gewartet werden: Vögeles sportliche Höhenflüge würden sich nicht in wachsenden Mitgliederzahlen ausdrücken, sagt Präsident Urs Meier. «Der grosse Boom bleibt bei unserem Verein, wie bei vielen anderen Klubs in der Region, zwar aus.» Vögele selbst habe bei ihren Heimatbesuchen in den letzten Jahren aber regelmässig beim Tennisclub trainiert, sagt Meier.

Auf «ihren Silvan» sind die Mitglieder des Veloclubs «Alperose» Schneisingen mächtig stolz. Von Kindesbeinen an ist Dillier im Klub dabei. Spätestens mit Paris-Roubaix, als er nach einem Abnützungskampf auf dem Podest um die Wette strahlte, hat er sich einen Namen gemacht und international an Ansehen gewonnen. «Trotzdem ist er immer einer von uns geblieben», betont Klubpräsident August Widmer. Im Dorf geniesst der junge Radprofi grosse Popularität. Letztes Jahr wurde Dillier Schweizer Meister auf der Strasse, woraufhin die Gemeinde Schneisingen einen Dorfempfang organisiert hat. «Rund 150 Personen sind gekommen, um Silvan zu gratulieren», sagt Ammann Adrian Baumgartner.

Ende Juni ist Schneisingen Austragungsort der diesjährigen Schweizer Meisterschaften. Auch Dillier wird wieder antreten und will in seinem Heimatdorf den Titel verteidigen. «Es wird ein grosser Anlass für Schneisingen. Alle freuen sich darauf», betont Baumgartner. Für den lokalen Veloclub wirkt sich der «Dillier-Effekt» bis anhin positiv aus: «Wir stellen fest, dass die Leute wegen Silvan wieder auf den Radsport aufmerksam werden», sagt August Widmer, der festhält: «Ohne ihn hätten wir uns für die Schweizer Meisterschaften vermutlich nicht beworben.»

Ein Spiel vom Ziel entfernt

Mit 2:0-Siegen führt der TV Endingen in der Abstiegsrunde gegen GC Amicitia. Gewinnen die Endinger am Sonntag in der Zürcher Saalsporthalle, ist der Ligaerhalt Tatsache. Es wäre der versöhnliche Abschluss einer Spielzeit, in der das Team oft vom Verletzungspech verfolgt wurde. Welche Bedeutung es hätte, das Zurzibiet weiterhin in der höchsten Liga zu vertreten, weiss Vereinspräsident Christoph Spuler: «Wir sind eines der grossen Aushängeschilder der Region.»

Letztes Jahr sind die Endinger Spieler und Verantwortlichen nach dem Aufstieg von der Gemeinde feierlich empfangen worden. Ein ähnlicher Anlass sei dieses Mal jedoch nicht geplant, sagt Endingens Gemeindeammann Ralf Werder, der die Saison als Zuschauer nahe verfolgt hat. Am Sonntag könne er zwar nicht vor Ort sein. «Ich werde den Liveticker aber im Auge behalten.»