Bad Zurzach

Drei Jahre nach dem grossen Knall: Der Zurzacherhof öffnet in neuem Glanz

Nachdem das Hotel Zurzacherhof im Jahr 2013 abrupt seine Türen schloss und Konkurs anmeldete, öffnet es am 23. März wieder. Die Renovationsarbeiten dafür dauerten rund ein halbes Jahr. Innen hat sich viel verändert.

Am 1. Juli 2013 hatte die Nachricht wie ein Blitz im Flecken eingeschlagen: «Peter Gähler, Inhaber und Betreiber des Hotels Zurzacherhof, hat die Bilanzen deponiert. Das Hotel muss per sofort geschlossen werden.»

Am 23. März gehen die Türen wieder weit auf und bereits hat ein Gast ein Zimmer gebucht. «Eine ältere Dame, die viele Jahre lang Stammgast im Zurzacherhof gewesen war.

Zwischenzeitlich hat sie in unserem Hotel zur Therme logiert, wollte aber unbedingt schon am ersten Tag wieder in den Zurzacherhof», strahlt Detlef Linder, Direktor der Thermalquelle AG. Diese, eine Tochtergesellschaft der «Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach & Baden», hatte die Liegenschaft im Frühling letzten Jahres aus der Konkursmasse gekauft.

Die Dame, die nun in ihr Stammhotel zurückkehren kann, wird nicht nur ob dieser Tatsache glücklich sein, sondern auch über das neue Innenleben des Hotels staunen – und sich freuen. Äusserlich ist der Zurzacherhof, samt Goldfischteich, der alte geblieben. Innen aber ist er nicht mehr wieder zu erkennen. Ein rundes halbes Jahr haben die Renovations- und Umbauarbeiten gedauert – in diesen Tagen geben die Arbeiter im Endspurt noch einmal Vollgas.

Helles Parkett, Designer-Fauteuils

Es werden Betten und Matratzen in die auf drei Etagen verteilten 48 Zimmer verteilt. Während im Erdgeschoss der Teppichleger auf Knien noch seiner Arbeit nachgeht, hat er sie in den oberen Stockwerken bereits vollendet. Die Badezimmer, topmodern mit ebenerdig begehbaren Duschen, sind fertig. Helles Parkett verleiht den Zimmern ein edles Ambiente, das durch beige Designer-Fauteuils verstärkt wird.

Drei Papa-Moll-Familieneinheiten – Doppelzimmer mit Verbindungstür zum Kinderzimmer – gibt es im neuen Zurzacherhof. Dazu fünf Junior-Suiten, 20 Doppel- und ebenso viele Einzelzimmer. In der Hälfte der Einzelzimmer stehen, mit elektrisch verstellbaren Teilen, so genannte Komfortbetten.

Im Parterre herrscht geordnetes Chaos. Im Restaurant werden die letzten Stühle ausgepackt – schwarz sind sie, wie auch die Tische. Die Fensterfront und eine rot-orange-leuchtende Salzsteinwand erhellen den Raum. Salz wird das Motto auf der Speisekarte sein. Küchenchef Ardijan Fejzulai steht in seinem Reich und überwacht das Probekochen seiner Mannschaft. Einer der Köche reibt Kartoffeln für eine Rösti wie zu Grossmutters Zeiten. Eine Rösti ist schon fertig gebraten. Sie sieht sehr gluschtig aus.

Im grossen Bankettraum «Studenland» montiert ein Techniker eine Leinwand. Audiovisuelle Hilfsmittel werden hier fest eingebaut. Den künftigen Seminarraum «Tenedo» haben die Arbeiter als Znüniraum okkupiert und in den werdenden Workshop-Zimmern «Achenberg» und «Katzensteig» stapeln sich Karton, Papier, Plastikfolien.

Zwischen Küche und Restaurant stehen bereits blitzblank sauber in Reih und Glied Dutzende von Gläsern griffbereit. Die Kaffeemaschine hingegen steht einsam und verlassen in einer Ecke. Ein Arbeiter kniet vor einem offenen Kühlschrank, in dem schon die ersten Halbeli weisser Döttinger auf ihren Einsatz warten.

Tag der offenen Tür

Schon morgen Abend wird es soweit sein: Geladene Gäste werden einen ersten Augenschein nehmen, bevor eine Woche später die Bevölkerung die offenen Türen stürmen kann. Und die treue ältere Damen endlich wieder ein Zimmer in «ihrem» Zurzacherhof beziehen darf. Den sie wohl kaum wieder erkennen, aber garantiert umgehend in ihr Herz schliessen wird.

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