Bis vor zehn Jahren gingen in der in den 80er-Jahren erbauten Halle im Industriegebiet Tennisspieler ein und aus. International bekannt wurde das Sportcenter, als sich 1997 die damals 16-jährige Weltranglisten-Erste Martina Hingis und Swatch-Gründer Nicolas Hayek in einem Freundschaftsspiel duellierten – drei Wochen später ging sie als jüngste Wimbledon-Siegerin in die Geschichte ein.

200 Zuschauer, 130 Journalisten und 13 TV-Stationen kamen nach Lengnau. Eines der Kamerateams reiste sogar aus China an. Innert 18 Minuten fegte der Tennisstar Hayek mit 6:0 vom Platz. Nach dem Duell ging das Gerücht im Surbtal um, Martina Hingis wolle sich in Lengnau niederlassen. Was belegt ist: Sie schaute sich mehrere Häuser in und um Lengnau an, kaufte aber schliesslich eine Villa in Watt-Regensdorf.

In den 90er-Jahren verwandelten sich die Tennisplätze am Wochenende teilweise in Tanzflächen. Events wie die «Powerparty» zogen Partygäste aus der ganzen Region an. 2009 lösten die Hündeler die Tennisspieler ab: Die Sporthalle wurde zu einer Agility-Halle. Neben Trainings fanden zwei Mal pro Monat Wettkämpfe statt, darunter auch die Schweizer Meisterschaften mit über 350 Teams. Auch Hochzeiten wurden bis vor wenigen Jahren in der Halle gefeiert.

Gäste reisten dafür aus dem Ausland an. 2016 stellte die Gemeinde in der Nähe der Halle Tafeln auf, nach denen in gewissen Teilen des Industriegebiets das «Mitführen, Laufenlassen und Versäubern von Hunden» verboten wurde. Wer sich nicht daran hielt, wurde mit einer Busse von 2000 Franken bestraft. 2018 zogen die Hündeler aus. Jetzt finden Hochzeiten oder Bankette statt. 

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