Lengnau

Ein Dorf macht sich Sorgen um seine Mitte – nun wurden Ideen zusammengetragen

Der Dorfplatz ist zwar gut gelegen, wird aber schlecht genutzt.

Der Dorfplatz ist zwar gut gelegen, wird aber schlecht genutzt.

Den Dorfplatz mit dem Vorplatz der Synagoge verbinden und den Verkehr dazwischen verlangsamen: Das sind Ideen, die Einwohner von Lengnau entworfen haben. Sie befassten sich im Rahmen eines Workshops mit der Entwicklung des Dorfplatzes und ihres Dorfes.

Das Besucherzentrum «Doppeltür», in dem die Geschichte der Juden im Surbtal dargestellt werden soll, stand nicht im Zentrum der Veranstaltung. Vielmehr brannte den Diskussionsteilnehmern, knapp zwei Dutzend hatten sich am Samstag in das Schulhaus Rietwiese bemüht, die Gestaltung des Dorfplatzes unter den Nägeln. Der mögliche Standort des Besucherzentrums «Doppeltür» sei selbstverständlich ein Thema, meinte Gemeindeammann Franz Bertschi. Ob das Zentrum dereinst in Endingen oder in Lengnau stehen werde, darüber entscheide jedoch die noch zu gründende Stiftung «Doppeltür».

Lengnau hat einen Dorfplatz, dies im Gegensatz zu vielen anderen Dörfern. Er wird von der markanten Fassade der Synagoge dominiert, leider aber auch vom Verkehr, der die Attraktivität des Platzes massiv beeinträchtigt und ein Sicherheitsproblem darstellt.

Bernd Scholl, der in Lengnau wohnhafte ETH-Professor für Raumplanung, rechnete vor, dass bis 2030 mit einem Verkehrszuwachs von 50 Prozent zu rechnen sei. Potenziale und Abhängigkeiten ergeben sich auch durch andere öffentliche Räume und Anlagen, beispielsweise das der Gemeinde gehörige Restaurant Krone, der geplante Begegnungspark Bleiwiese, der Kindergarten und die Primarschule Dorf sowie ein Gebäude nördlich der Schulanlage Dorf, das von der Swisscom nur noch teilweise benötigt wird.

Abgesehen von Überlegungen, wie der Verkehr rund um den Dorfplatz neu geführt werden könnte, schlägt die Arbeitsgruppe von Bernd Scholl auch neue Kreisel an der Kantonsstrasse vor, entweder am Dorfausgang Richtung Ehrendingen oder Richtung Endingen beim Werkhof. So hofft man, Verkehr aus dem Dorfzentrum abzuziehen und die Situation rund um den Dorfplatz zu beruhigen.

Neugestaltung bald angehen

Der Vorplatz zur Synagoge, fast gleich gross wie der von der Vogelsang- und der Zürichstrasse umschlossene Dorfplatz selber, werde kaum genutzt, stellten die Workshop-Teilnehmer unisono fest.

Die beiden Plätze sollten miteinander verbunden und der Verkehr dazwischen verlangsamt werden, allenfalls mit einer Tempobeschränkung und entsprechender Pflästerung, wurde vorgeschlagen. Das Besucherzentrum «Doppeltür» könnte in die Synagoge integriert werden, ergänzte eine andere Gruppe.

Braucht es eine Überdachung, eine Toilette? Wie soll der Platz bepflanzt und möbliert werden? Einig schien man sich darüber, dass die Neugestaltung möglichst bald und schrittweise angegangen werden soll.

Die Schlussfolgerungen aus den Gruppen werden nun zusammengetragen, präzisiert und dem Gemeinderat unterbreitet. Ob mit einem Konkurrenzverfahren konkrete Vorschläge erarbeitet werden, darüber entscheidet die Gemeindeversammlung im Juni 2017.

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