Handball NLA

Endingens Neuzuzug Claudio Vögtli: «Es ist wie eine zweite Familie»

Claudio Vögtli erlebte beim TV Endingen seinen ersten Auftritt vor Heimpublikum – an der 4 Nations Trophy gegen internationale Topgegner.

Die Handballer vom TV Endingen haben nach nur einem Jahr den sofortigen Wiederaufstieg geschafft. Kurz vor dem Start in die NLA-Saison empfingen sie am Wochenende an der 4 Nations Trophy hochkarätige Gegner aus Tschechien, Südkorea und Frankreich. Für alle Akteure des TV Endingen ist der Anlass ein besonderes Ereignis. Spielen sie doch nicht gegen altbekannte Gegner, sondern gegen Topteams aus der ganzen Welt. Bereits die erste Auflage des Turnieres in der GoEasy-Arena in Station Siggenthal im vergangenen Jahr war ein voller Erfolg.

Für das neu verpflichtete Trio Sven Schafroth, Noah Grau und Claudio Vögtli war es genauso wie für den in letzter Sekunde transferierten tschechischen Goalie Vit Schams die Premiere vor heimischem Publikum. Der 1,92 Meter grosse Vögtli durchlief sämtliche Juniorenabteilungen in der Innerschweiz, bis er 102 NLA-Spiele für Kriens absolvierte. Trotzdem entschied sich der 92 Kilo schwere Junioren-Nationalspieler für einen Wechsel zum TV Endingen. «Ich war die letzten Jahre immer dabei, aber nie ganz Stammspieler», erklärt der Jura-Student den Hauptgrund seiner sportlichen Neuausrichtung.

WG mit Teamkollege Sven Schafroth
Die hervorragenden Gespräche mit Endingens Trainer Zoltan Majeri hätten ihn schliesslich zum Transfer bewogen, so Vögtli. «Ich wollte zudem auch mal was anderes sehen, wo ich Verantwortung übernehmen kann und muss», sagt der 23-Jährige, der noch teilweise in der Innerschweiz lebt, jedoch mit seinem neuen Mannschaftskollegen Sven Schafroth eine WG in Brugg gründet. Und die ersten Eindrücke sind sehr positiv. «Es ist alles sehr familiär. Man kennt sich, man geht aufeinander zu. Es ist wirklich wie eine zweite Familie», schwärmt er.
Eine gewisse Nervosität vor der 4 Nations Trophy konnte Vögtli nicht verbergen. «Wir haben uns alle sehr auf dieses Turnier gefreut, doch für mich war es speziell. Es ist das erste Mal, dass ich in meinem neuen Zuhause spiele.»

Wie es mit dem Ligaerhalt klappen könnte
Und die Gegner, die Vögtli und seine Endinger vorgesetzt bekamen, waren von nochmals ganz anderem Kaliber als jene im letzten Jahr. Die physisch unglaublich starken Tschechen, die wirbligen und pfeilschnellen Südkoreaner und die Franzosen, welche in der wohl besten Liga der Welt letztes Jahr den Cupfinal erreichten. «Davon konnten wir alle nur lernen und profitieren», ist Vögtli überzeugt. Denn nach der 4 Nations Trophy ist vor der Meisterschaft. Bereits Ende August steigen die Surbtaler in die neue NLA-Saison. «Wenn man nur die Zahlen und das Budget anschaut, wird es schwer, den Ligaerhalt zu schaffen», ist sich der Neuzuzug bewusst. Doch auch er hat schon den Endinger Blick: «Die Verein hat immer wieder bewiesen, wozu er in der Lage ist. Hier tritt man als Einheit auf und es herrscht ein enormer Kampfgeist.»

Letztes Jahr war die 4 Nations Trophy die Initialzündung für eine fast makellose Saison mit dem sofortigen Wiederaufstieg. Das wird es diesmal kaum der Fall sein: Vielleicht ist es aber der Auftakt, in dem am Ende der Ligaerhalt gefeiert werden kann – mit Claudio Vögtli.

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