Gastronomie

Freispruch, Neueröffnung und Pensionierung: Das verändert sich in der Zurzibieter Gastroszene

Wie geht es mit dem «Schlüssel» in Bad Zurzach weiter? Und wer hat in Rekingen die «Krone» übernommen? So steht es um fünf verschiedene Restaurants im Zurzibiet.

Aus einem Restaurant wird ein Wohnhaus, ein Wirtepaar geht nach fünf Jahrzehnten Ende Jahr in Pension und ein Lokal feiert im November Neueröffnung: Im Bezirk Zurzach kommt es zu einigen Veränderungen in verschiedenen Lokalen.

«Krone», Rekingen: Gross war das Bedauern im 1000-Seelen-Dorf Rekingen, als im Dezember 2019 das Restaurant Krone schliessen musste. Der damalige Wirt und Pächter Yilmaz Alkan, besser bekannt als «Memo», musste sein Restaurant «Memo’s» schliessen.

Der Grund: Er besass keinen Fähigkeitsausweis, da er dreimal aufgrund fehlender Sprachkenntnis an der Wirte-Patentprüfung gescheitert war. Seit August ist die «Krone» aber wieder offen. ­Anasztazia Kovacs (39) bietet schweizerische und italienische Küche an. «Unsere Spezialitäten sind Cordon bleu, Pouletflügeli, heisser Stein, Pizza und Pasta», sagt die gebürtige Ungarin, die in der Region wohnt. «Am letzten Samstag im Monat spielt ­zudem jeweils italienische Livemusik», ergänzt sie.

Sechs Menschen verloren ihr ganzes Hab und Gut

«Schlüssel», Bad Zurzach: Diesen Tag wird der Flecken wohl nicht so schnell vergessen: Mitten in Bad Zurzachs historischem Kern brannte am 14. Dezember 2018 kurz vor Mittag das Traditionsgasthaus. Zum Schlüssel lichterloh. Sechs Menschen verloren dabei ihr ganzes Hab und Gut, das Restaurant stand seither leer. Ein Jahr danach wurde der damalige Pächter vor Gericht freigesprochen.

Grossbrand in Bad Zurzacher Traditions-Gasthaus «zum Schlüssel»

Der Grossbrand im Bad Zurzacher Traditions-Gasthaus «zum Schlüssel»:

Nun steht fest: Aus dem Gasthaus wird ein Mehrfamilienhaus. Vor kurzem sprach der Gemeinderat die Baubewilligung für den Umbau des Gebäudes sowie einen Liftanbau. Grundeigentümerin ist die Zihlmann Verwaltungen AG aus Koblenz, der auch die im Sommer wiedereröffnete «Warteck» in Klingnau gehört.

«Rebstock», Klingnau: Seit Frühling 2019 ist der «Rebstock» in Klingnau geschlossen. Zwischendurch war das Lokal unter dem Namen «Zero Six» geöffnet. Im vergangenen Februar kehrte der Wirt nach seinem zweimonatigen Gastspiel nach Basel zurück.

Nun kommt es aber bald zu einer Neueröffnung, wie die Millennium Immobilien & Consulting GmbH aus Möriken-Wildegg bestätigt, die seit diesem Sommer die Verwaltung innehat. Ab Samstag, 7. November, führen zwei ­Frauen die «Rebstock Bar und Lounge».

Der Kampf gegen die Personalengpässe

«Schützen», Leibstadt: 50 Jahre lang hat das Wirtepaar Theres und Urs Welte-Michel ihre Gäste im «Schützen» in Leibstadt empfangen. Ende Jahr gehen die beiden in Pension, berichtet die Regionalzeitung «Botschaft». Das Landgasthaus im Dorfteil Bernau wurde erstmals 1413 in einem sogenannten Urbar erwähnt. 1970 übernahm das Ehepaar, er aus Kleindöttingen, sie aus Full, den «Schützen» mit Minigolfanlage in dritter Generation. Zu den beliebtesten Spezialitäten von Theres und Urs Welte-­Michel gehören wohl Egli im Chörbli oder das regionale Wild im Herbst.

«Sonne», Leuggern: Nach der Coronapandemie hatte das Restaurant Sonne in Leuggern aufgrund des Neustarts die Öffnungszeiten angepasst und am Nachmittag jeweils geschlossen. Seit Mitte September kämpfte das Restaurant mit Personalengpässen, weshalb die Reservationen etwas gedrosselt werden mussten. «Nach den Ferien am 8. Oktober sind wir aber wieder voll besetzt und können wie gewohnt loslegen – und zwar mit Wildspezialitäten aus der Region», sagt Michael Hauenstein, der mit seiner Frau Karin Hauenstein-Birchmeier die «Sonne» seit 2006 führt.

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