Bad Zurzach hat eine lange Markttradition. Nachdem die wichtigsten Messezeiten Ende des 19. Jahrhunderts ein Ende fanden, die Monatsmessen auf dem Marktplatz nicht mehr dem Interesse der Kunden entsprachen, hat Bad Zurzach Tourismus das Frühlingserwachen ins Leben gerufen: Der Frühlings- und Geranienmarkt Ende April ist einer von drei Fixpunkten im Marktkalender. Eine noch längere Tradition haben der Antiquitätenmarkt samt Drehorgeltreffen Ende August und der Weihnachtsmarkt.

In der neusten «Zurzi-Post» teilt die Gemeinde nun mit: «Aufgrund der anstehenden Veranstaltung «SRF bi de Lüt», welche am Samstag, 25. Mai, stattfindet, wird der Frühlingsmarkt in diesem Jahr nicht durchgeführt. 2020 wird der Frühlingsmarkt mit einem neuen Konzept stattfinden.»

Peter Schläpfer, Geschäftsführer von Bad Zurzach Tourismus, sagt: «Wir möchten den Frühlingsmarkt schon länger neu positionieren. Jetzt bietet sich die Gelegenheit, dies unter neuer Leitung anzupacken.» Die Federführung tritt Bad Zurzach Tourismus ab. «Eigentlich sind wir ja für die Vermarktung des Kurorts da und nicht, um Marktstände aufzubauen», sagt Schläpfer.

Impressionen vom Frühlingsmarkt 2018:

Funke nie gesprungen

Eine neue Projektgruppe um Peter Albiez, Leiter Marketing der Stiftung Gesundheitsförderung, wurde gegründet. Die bisherige Situation wurde analysiert, die künftige Stossrichtung evaluiert. Ein vierköpfiges Gremium nimmt sich der neuen Ausrichtung des Frühlingsmarkts an. Schläpfer wie Albiez sagen unisono: «Dem Frühlingsmarkt fehlte das Alleinstellungsmerkmal, er war absolut austauschbar.» Albiez präzisiert: «Das Drehorgeltreffen ist das grösste der Schweiz, es passt zusammen mit dem Antiquitätenmarkt ausgezeichnet zum Flecken. Beim Frühlingsmarkt hingegen ist der Funke nie gesprungen. Der Flecken hat nicht nachhaltig profitiert, der Anlass war zu beliebig.»

Der Frühlingsmarkt soll also eine Renaissance erleben. Und weil gleichzeitig die Fernsehsendung «SRF bi de Lüt» unglaublich viele Ressourcen bindet, pausiert der Markt ein Jahr. Eine Samstagabend-Sendung mit 500 000 Zuschauern sei eine einmalige Chance für Bad Zurzach, da wolle man nichts anbrennen lassen. «Viele Organisationen, Vereine und Bewohner sind in die Sendung involviert», sagt Schläpfer. Da bleiben kaum Ressourcen für den Markt.

Vorbild «schweiz.bewegt»

Doch was ist zu tun, damit dieser an Attraktivität gewinnt? «Er wird neu ausgerichtet, es soll ein Bewegungsevent werden», kündigt Schläpfer an. Albiez betont, dass unter der Federführung der Stiftung Gesundheitsförderung auch der Stiftungszweck erfüllt werden soll – und dieser sei die Förderung des Kurorts Bad Zurzach. Ihm schwebt eine Mixtur aus Sport, Bewegung und Gesundheit vor. Familien- und Sportevents sollen im Vordergrund stehen. Schläpfer nennt das Beispiel von «schweiz.bewegt». Das «Coop Gemeinde Duell» ist das grösste nationale Programm zur Förderung von mehr Bewegung in der Bevölkerung.

Nebst den Aktivitäten soll aber weiter ein redimensionierter Markt bestehen bleiben. Dieser dürfte sich aber mehr um das Thema Gesundheit, Bewegung und Sport drehen. Albiez will nicht ausschliessen, dass es auch weiterhin Geranien-Stände geben wird. Grundsätzlich gilt für den Markt das Motto: «Wir wollen regionaler und selektiver werden.»

Um die Wettersicherheit für die sportlichen Aktivitäten zu erhöhen, dürfte der neue Termin eher später im Jahr angesetzt werden. Albiez will sich noch nicht auf ein Datum festlegen, aber der Mai wäre wohl eine Möglichkeit.

Peter Schläpfer sagt, dass man die Märkte in Bad Zurzach und vor allem deren Organisation generell überarbeiten wolle. «Früher hing zu viel an einzelnen Leuten. Wir sind daran, funktionierende OKs mit jüngeren Leuten und breiterer Abstützung zu formieren.»

In der Marktkommission (Gemeinde, Tourismus, Gewerbeverein) zeigt man sich mit dem eingeschlagenen Weg zufrieden: «Erfreulicherweise konnten für alle Märkte neue Mitglieder gefunden werden», heisst es.