In keiner Gemeinde im Bezirk leistet die Regionalpolizei Zurzibiet so viele Einsatzminuten pro Einwohner wie in Kaiserstuhl. Im letzten Jahr waren es 63,3 Minuten. Auch 2015 führte Kaiserstuhl die Statistik an. Dies zeigt der aktuelle Jahresbericht der Repol.

«Dass wir in Kaiserstuhl verhältnismässig mehr Präsenz zeigen, hat verschiedene Gründe», sagt Repol-Chef René Lippuner. So hat die Regionalpolizei in den letzten Jahren ihre Kräfte zugunsten der öffentlichen Sicherheit verlagert.

In diesem Zusammenhang führen die Polizisten auch mehr Verkehrskontrollen durch, um allfällige Kriminaltouristen zu schnappen. So auch im 400-Seelen-Städtchen Kaiserstuhl, das direkt an der deutschen Grenze liegt. «Da Kaiserstuhl eine kleine Gemeinde ist, hauen solche Einsätze die geleisteten Minuten pro Einwohner in der Statistik massiv nach oben», sagt Lippuner.

Auch am Bahnhof fährt regelmässig eine Patrouille vorbei. Wegen den einheimischen und auswärtigen Pendlern gehört der Bahnhof zu einem der über 60 Hotspots im Bezirk. «Mehr Polizeipräsenz bedeutet aber nicht, dass dort auch mehr Probleme herrschen», stellt Lippuner klar. Und er ergänzt: «Das Zurzibiet ist sicher.» In der Statistik schlägt sich zudem nieder, dass der Repol-Chef 2016 an verschiedenen Infoveranstaltungen zur geplanten kantonalen Asylzentrum über Sicherheitsaspekte informierte.

Starke Zunahme in Rümikon

Verhältnismässig viele Einsatzminuten pro Einwohner leistete die Repol Zurzibiet auch in Rümikon: 2016 waren es 40,8 Minuten – 80 Prozent mehr als im Vorjahr. «Wir hatten wenige Fälle, die sich in Rümikon mit etwas mehr als 300 Einwohnern stark in der Statistik niederschlagen», sagt Lippuner. Vor allem eine Person hielt die Repol auf Trab. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes darf Lippuner aber nicht mehr sagen. Zudem hat die Repol die Kehrichtsammelstelle auf Wunsch der Gemeinde mit Kameras überwacht. «Mit der Installation, der Auswertung und allfälligen Verzeigungen kommen schnell ein paar Arbeitsstunden zusammen.»

Dass die Repol hingegen in Böbikon nur 11,3 Minuten pro Einwohner leistete, hinge auch damit zusammen, dass sie nicht in allen Gemeinden gleich viele Tätigkeiten zur Verfügung stellt. So wird der Verkehrsunterricht der Schüler aus Rümikon in der Statistik bei Rekingen und Wislikofen ausgewiesen, wo die Kinder die Schule besuchen.