«Hühnerhaut» habe er, gestand Gemeindeammann Lukas Keller angesichts der Zustimmung zur Beteiligung am Sporthallenprojekt GoEasy. Tatsächlich darf das uneingeschränkte Ja zum einmaligen Beitrag von 290 000 Franken und zu den jährlichen wiederkehrenden 18 500 Franken für die Beteiligung an Mieten für die GoEasy-Hallen auch als Anerkennung der Leistungen des Turnvereins Endingen gewertet werden.

Eine «Steilvorlage», so Vizeammann Peter Keller, der den Antrag des Gemeinderates vertrat, hatten die Ortsbürger geliefert, indem sie einstimmig einen jährlichen Beitrag von 10 000 Franken an die Hallenmieten bewilligt hatten.

In der Einwohner-Gemeindeversammlung rannte Vizeammann Keller jedenfalls offene Türen ein. Auf eine Frage nach der Finanzierung des einmaligen Beitrages von 290 000 Franken erklärte der Gemeindeammann, dass diese Mittel dem verfügbaren Eigenkapital entnommen werden, das gegenwärtig rund 4 Millionen Franken umfasst. Damit ergibt sich ab 2016, abgesehen von einem jährlichen Nettobetrag von 5500 Franken für Mieten, keine weitere Belastung der laufenden Rechnung.

Diskussion um Schulsozialarbeit

Mehr zu reden gab die Einführung der Schulsozialarbeit an der Kreisschule Surbtal und der dazu erforderliche Kredit von 74 000 Franken. Die Schulsozialarbeit sei an mit ihren 415 Schülerinnen und Schülern und 60 Lehrpersonen ein Thema, das anstehe, betonte Gemeinderat Urs Ammann. Eine Arbeitsgruppe sei zum Schluss gekommen, dass die Schulsozialarbeit eine «grosse Notwendigkeit» sei.

Das wird offensichtlich nicht überall gleich bewertet. Neben befürwortenden Voten wurde aus der Versammlung mit Hinweis auf bestehende Fachstellen argumentiert, dass der «Hebel anderswo, bei der Eigenverantwortung der Eltern, anzusetzen» sei.

Ein Votant bezeichnete die Einführung der Schulsozialarbeit als «absolut übertrieben». Die Versammlung sprach sich aber mit grosser Mehrheit, bei 39 Gegenstimmen und 21 Enthaltungen, für die Einführung der Schulsozialarbeit an der Kreisschule Surbtal aus. Vorgesehen ist eine 60-Prozent-Stelle auf das Schuljahr 2016/2017. Ebenfalls genehmigt wurde die entsprechende Anpassung des Personalreglements.

Mit grossem Mehr, bei 15 Gegenstimmen und 9 Enthaltungen, bewilligt wurde der Kredit von 100 000 Franken für die Planung des Dorfkerns. Dem Dorfkern soll damit, wie Gemeinderat Felix Spuler ausführte, im Rahmen der Revision der Bau- und Nutzungsordnung mit einem kommunalen Richtkonzept besondere Beachtung geschenkt werden können.

Ja zu Budget und höherem Steuerfuss

«Die Finanzen der Gemeinde sind unter Kontrolle», betonte Gemeindeammann Keller zum Budget und zum Antrag, den Steuerfuss von 108 auf 111 Prozentpunkte anzuheben. «Wir haben auch kein Liquiditätsproblem.

Aber die Situation der Rechnung bleibt angespannt.» Er widersprach auch Meinungen, wonach die Erhöhung des Steuerfusses eine Folge des Zusammenschlusses von Endingen und Unterendingen sei.

«Wir müssen investieren und wollen Schulden abbauen», erklärte er. Das Budget, das einen Aufwandüberschuss von rund 196 000 Franken vorsieht, und der Steuerfuss wurden mit grossem Mehr bei drei Gegenstimmen und 6 Enthaltungen gutgeheissen.

An der Versammlung, die von Bruno und Samuel Huwyler musikalisch begleitet wurde, hatten 232 der 1624 Stimmberechtigten teilgenommen.