Klingnau

«Grosser Wurf»: Städtliumbau könnte nächsten Sommer starten

Ingenieur Matthias Schifferli und Vizeammann Stefan Zurbuchen sind überzeugt, dass sich die Attraktivität der Altstadt dank der Sanierung erhöhen wird.

Ingenieur Matthias Schifferli und Vizeammann Stefan Zurbuchen sind überzeugt, dass sich die Attraktivität der Altstadt dank der Sanierung erhöhen wird.

Die Gemeinde Klingnau hat das Projekt zur Neugestaltung des Städtchens überarbeitet. Im November wird die Bevölkerung informiert, dann das Baugesuch öffentlich aufliegen. Vorgesehen sind kleine Bauetappen, um die Zufahrt stets zu gewährleisten.

128 Jahre alte Wasserleitungen im Boden, eine nicht mehr zeitgemässe Beleuchtung und eine überfällige Neugestaltung des Raumes: Im Städtli Klingnau besteht Handlungsbedarf. Die Leitungen sind aufgrund ihres Alters derart porös, dass Leitungen immer wieder zerbersten und mit grossem finanziellem Aufwand repariert respektive ersetzt werden müssen. Eine Sanierung der Leitungen vom westlichen Engpass bis zur Grabenstrasse ist unumgänglich. Für die auf den Dächern angebrachten Quecksilberdampflampen sind ab nächstem Jahr keine Ersatzbirnen mehr erhältlich. Sie sollen durch moderne, energiesparende LED-Lampen ersetzt werden.

Die Schattengasse im Städtchen Klingnau - im Hintergrund das Schloss.

Die Schattengasse im Städtchen Klingnau - im Hintergrund das Schloss.

Vor rund zwei Jahren hat der Gemeinderat seine Vorstellungen präsentiert, wie er die Voraussetzungen für zeitgemässes Wohnen und einen stimmungsvollen öffentlichen Raum mit ausreichenden Parkierungsmöglichkeiten schaffen will. Gegen die Anhebung der Fahrbahn auf Trottoirhöhe regte sich damals Widerstand. Ein nur optisch markierter Fussgängerbereich biete bedeutend weniger Schutz als ein höher liegendes Trottoir, wurde argumentiert. Auch die Gewerbetreibenden waren mit den Vorschlägen nicht besonders glücklich. Sie befürchteten Umsatzeinbussen wegen ausbleibender Kundschaft.

Tempo-30-Zone bleibt

Angesichts des Widerstandes veranlasste der Klingnauer Gemeinderat verschiedene Anpassungen des Projekts, die nun ins Baugesuch einfliessen. Der heutige Verlauf des Trottoirs soll mit einem schmalen Natursteinstreifen und einem Absatz zur Fahrbahn gekennzeichnet werden. Festgehalten wird am Entscheid, auf eine Begegnungszone zu verzichten und die Tempo-30-Zone beizubehalten.

Das überarbeitete Projekt wird der Bevölkerung im Detail am 6. November vorgestellt. Danach ist die Baugesuchsauflage mit der Möglichkeit für Einwendungen geplant. Gehen keine Einwände ein, könnte der Baukredit für alle drei Projekte – Sanierung der Werkleitungen, Ersatz der Beleuchtung und Neugestaltung der Altstadt – der Sommer-Gemeindeversammlung 2015 zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Die Kosten für das Gesamtprojekt werden auf rund 3,3 Millionen Franken geschätzt.

Zugleich soll das Städtchen neu gestaltet werden. Dass die Trottoirs verschwinden respektive nivelliert werden sollen, gefällt aber nicht allen. An der Abstimmung ist mit Widerstand zu rechnen.

Das Städtchen Klingnau – gerade die Sanierung der maroden Wasserleitungen ist angezeigt.

Zugleich soll das Städtchen neu gestaltet werden. Dass die Trottoirs verschwinden respektive nivelliert werden sollen, gefällt aber nicht allen. An der Abstimmung ist mit Widerstand zu rechnen.

Läuft mit Baugesuch und Kreditantrag alles rund, könnte mit den Arbeiten nach den Sommerferien 2015 begonnen werden. Laut Vizeammann Stefan Zurbuchen und Planungsteam-Mitglied Matthias Schifferli soll die Zufahrt zum Städtli jederzeit gewährleistet sein. Gearbeitet wird in kleineren Etappen, um die Gewerbetreibenden nicht allzu sehr zu beeinträchtigen und die Zufahrt für die Bewohner der Altstadt und die Rettungskräfte sicherzustellen.

«Städtli wird attraktiver»

Vizeammann Stefan Zurbuchen wertet den Umbau der Altstadt mit der Sanierung der Uralt-Wasserleitungen als «grossen Wurf für die Gemeinde Klingnau.» Mit den geplanten Massnahmen werde das Städtli optisch massiv aufgewertet. «Klingnau würde eine grosse Chance verpassen, wenn der Ersatz der Werkleitungen nicht mit der Verschönerung des Städtli verbunden und es in seinem jetzigen Zustand belassen würde», sagt Zubuchen. Er sieht die Umgestaltung auch als Anreiz für die Liegenschaftsbesitzer, weiter in ihre Häuser zu investieren.

Planungsteam-Mitglied Matthias Schifferli ist überzeugt, dass das Städtli mit der Umgestaltung merklich an Attraktivität gewinnt: « Es entsteht zusätzlicher Aussenraum, der von den Bewohnern der Altstadt genützt werden kann.»

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