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Heimrennen ohne Lokalheld: An den Radsporttagen Gippingen ist Silvan Dillier nur als Zuschauer dabei

Leider Nein: Silvan Dillier muss nach seinem Trainingsunfall bei den Rennen in seiner Heimat passen. foto-net/Alexander Wagner (Archiv)

Leider Nein: Silvan Dillier muss nach seinem Trainingsunfall bei den Rennen in seiner Heimat passen. foto-net/Alexander Wagner (Archiv)

Die diesjährigen Radsporttage beginnen bereits am Sonntag mit der «Dillier Classic». Der Schneisinger Profi wird nach seinem Schlüsselbeinbruch nur als Zuschauer anwesend sein

Es hätte zugegeben viel schlimmer ausgehen können: Silvan Dillier befand sich vergangene Woche zur Vorbereitung auf die Tour de France mit seinem Team AG2R in der Sierra Nevada. In einer Abfahrt bei Tempo 60 passierte es. Nach einer unübersichtlichen Rechtskurve wich Dillier einem entgegenkommenden Auto aus und landete daraufhin in den Leitplanken. Die Diagnose: Bruch des linken Schlüsselbeins.

Inzwischen ist der 28-Jährige zurück in der Schweiz und operiert. In einem zweistündigen Eingriff in der Hirslanden Klinik in St. Gallen wurde die Schulter mit einer Platte verschraubt und einem Kabel stabilisiert. «Die Operation ist soweit gut verlaufen», sagt Silvan Dillier. Gestern absolvierte er in seiner Wohnung in Ehrendingen auf der Rolle erstmals seit seinem Sturz eine Trainingseinheit. «Das ging ganz gut», stellte er zufrieden fest. Wie lange der letztjährige Zweite von Paris–Roubaix ausfallen wird, lässt sich nicht abschliessend sagen. Auszugehen ist von einer Rennpause von rund sechs Wochen. Womit klar ist, dass Dillier, zu seinem Leidwesen, die kommenden Heimrennen verpassen wird. Diesen Sonntag die «Dillier Classic», am Donnerstag darauf den GP des Kantons Aargau sowie die Tour de Suisse. Auf einen Start an der Tour de France, die am 6. Juli in Brüssel beginnt, hofft Silvan Dillier noch insgeheim.

Den Humor nicht verloren

Vorläufig ist beim Zurzibieter Radprofi Geduld gefragt. Am erstmals durchgeführten Volksradrennen, der «Dillier Classic» am Pfingstsonntag, wird er aber als Gastgeber anwesend sein und das Rennen freigeben. Seinem Malheur kann Dillier auch etwas Positives abgewinnen. «Ich habe jetzt dafür mehr Zeit für meine Fans», übt er sich in Galgenhumor. Das Rennen wird auch nach seinem Forfait hochkarätig besetzt sein. Neben Olympiasieger Fabian Cancellara haben die Profis Michael Schär, Mathias Frank und Gregory Rast ihre Teilnahme zugesichert. Das Volksrennen bildet den Auftakt zu den Gippinger Radsporttagen (13.–16. Juni). Höhepunkt ist auch in diesem Jahr der Grosse Preis des Kantons Aargau, der zum 56. Mal ausgetragen wird. 19 Teams, darunter sechs World Team-Equipen, werden am Start sein.

Neu haben die Veranstalter die Drei-Länder-Meisterschaften der Kategorie U23 ins Programm aufgenommen. Nachwuchsrennfahrer aus den Verbänden Deutschland, Luxemburg und der Schweiz ermitteln dabei den jeweiligen Landesmeister. Gippingen hat mit der Durchführung von U23-Titelkämpfen Erfahrung: Schon 2012 und 2013 wurde die Schweizer Meisterschaft hier ausgetragen. Simon Pellaud, der Gewinner von 2013, steht dieses Jahr bei den Profis im Einsatz.

Impressionen der Radsporttage 2018:

Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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