Noch ist Elena Flach nicht allzulange in der Politik tätig – dafür ist sie sehr aktiv. Die 27-Jährige aus Endingen ist unter anderem Co-Präsidentin der SP Bezirk Zurzach und Präsidentin der SP Frauen Aargau.

Zudem wirkt sie im Frauenstreik-Komitee Aargau mit. «Ich bin eine Person, die nicht stillsitzen kann», sagt Elena Flach und lächelt. «Deshalb setze ich mich auch in der Freizeit mit Herzblut für die Gesellschaft ein.» Insbesondere den beiden Themen Gleichstellung von Mann und Frau sowie Klimaschutz hat sie sich verschrieben.

Rückblende: Ihr Interesse für die Politik wurde bereits in jungen Jahren geweckt. «In der Familie sprachen wir viel über das politische Geschehen, aber auch über gesellschaftliche Themen, welche die Schweiz und die Welt bewegen», sagt Flach, die mit zwei Brüdern in Zug aufgewachsen ist.

Dabei legten ihre Mutter und ihre Grossmutter ihr nahe, dass sie als Frau kritisch sein und nicht auf den Mund sitzen soll, wenn ihr etwas nicht passt. «Beide waren beruflich selbstständig und federführend in der Familie. Sie wussten, wie sie sich zu wehren hatten. Meine Mutter und mein Grosi bezeichne ich deshalb als grosse Vorbilder», blickt Flach auf ihre Kindheit zurück. «Dass man als Frau für seine Rechte kämpfen muss, wurde mir quasi in die Wiege gelegt», fügt sie mit einem Schmunzeln an.

Der Liebe wegen ins Zurzibiet

Von Zug ins Zurzibiet zog es Elena Flach im Jahr 2011 – der Liebe wegen. Ihr Partner, Marc Bamberger, war SP-Gemeinderat in Rekingen, demissionierte jedoch Ende September 2018 aus beruflichen Gründen. «Heute bin ich noch die Einzige von uns beiden, die politisch tätig ist», sagt Flach.

Zur SP fand das Paar, weil die Partei seine Interessen am besten vertritt. «Dass die Mitglieder der SP Zurzach so aktiv sind, hat mich motiviert, in die Politik einzusteigen», erinnert sich Flach. Aber überhaupt findet sie es selbstverständlich, dass man sich für das Gemeinwohl einsetzt. «Es spielt keine Rolle, wo man wohnt. Ich finde, wir alle haben eine gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen», betont sie.

Was ihr zudem zusagt, sei, dass man im Zurzibiet schnell Gehör fände: «Auch wenn viele Menschen bürgerlich gesinnt sind, sind sie relativ offen für neue Ideen, für Veränderungen.» Das zeige sich beispielsweise am Fusionsprojekt Rheintal+, bei dem es eine hohe Zustimmung selbst in jenen Gemeinden gab, deren Gemeinderäte ein Nein empfohlen haben.

Einsatz für Kinder und Jugendliche

Neben ihrem Engagement auf lokaler und kantonaler Ebene möchte Flach nun in Bundesbern Fuss fassen. «Ich finde, dass im Nationalrat zu wenig junge Leute und zu wenig Frauen vertreten sind», begründet sie ihre Kandidatur. Zudem sei es ihr ein Anliegen, dass auch kleinere Regionen wie das Zurzibiet auf nationaler Ebene präsent seien.

Bei einer Wahl würde sie sich nicht nur für die Gleichberechtigung einsetzen, sondern für andere gesellschaftliche Themen wie Klimaschutz sowie Kinder und Jugendliche. «Dank meinen beruflichen Erfahrungen bringe ich diesbezüglich ein breites Wissen mit», sagt Flach, die ausgebildete Sozialarbeiterin ist und im Kinderheim Klösterli in Wettingen arbeitet.

So habe sie durch die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen, die aus schwierigen familiären Verhältnissen stammen, in Sachen Sozialkompetenz viel lernen können. «Die Sozialkompetenz ist schliesslich das, was beim Politisieren ausschlaggebend ist», sagt sie. «Denn nur, wenn gemeinsam ein Konsens gefunden wird, kann man auch Lösungen erarbeiten.» Dabei sei es wichtig, auf die Wortwahl zu achten: «Eine klare und einfache Kommunikation ist nötig, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.»

Sollte Elena Flach in den Nationalrat gewählt werden, würde sie die Wahl in einem grösseren Rahmen mit Freunden, Familie und Parteikollegen feiern. «Ich würde mich unglaublich freuen, denn es käme eine sehr spannende Zeit auf mich zu», sinniert Flach.