Bad Zurzach

Ideenmarkt für den Flecken: Wie soll das historische Zentrum nach Vollendung der Ostumfahrung aussehen?

Bad Zurzach rüstet sich für die Zukunft, denn mit der Umfahrung wird der Durchgangsverkehr bald verschwunden sein.

Wie der Marktflecken nach der Eröffnung der Ostumfahrung gestaltet und organisiert werden soll, darüber haben sich rund 100 Zurzacher an einem Ideenmarkt am Samstag Gedanken gemacht. Zum Workshop hatten der Gemeinderat und die Arbeitsgruppe Fleckenkonzept eingeladen.

«Konzentriert euch auf Massnahmen, die schnelle Wirkung zeigen», betonte Peter C. Beyeler, Präsident der IG Aargauer Altstädte und früherer Regierungsrat, in seinem Impulsreferat. «Ideen», so Beyeler, «sind vorhanden. In den Altstädten tauchen immer wieder die gleichen Fragen auf, ihr könnt von den anderen Städten lernen.» Gemeindeammann Bernhard Scheuber zeigte sich optimistisch: «Es hat in Zurzach viele Leute, die etwas zu Stande bringen. Die Voraussetzungen sind gut.»

Die ganze Breite an verkehrlichen Massnahmen

Martin Landolt, Mitglied der Gruppe Fleckenkonzept und Moderator am Ideenmarkt, brachte es auf den Punkt: «Dass wir zwei Mal 80 Millionen Franken für Umfahrungen ausgeben und wir trotzdem Verkehr im Flecken haben, das darf nicht sein.» Von der Forderung, die Autos müssten aus der Schwertgasse gänzlich verschwinden, bis zur Mahnung, den Verkehr ja nicht ganz zu verbannen, wurde auch die ganze Breite von verkehrlichen Massnahmen vorgeschlagen. Aber auch Landolt weiss: «Es braucht wohl einen Mittelweg, alle Autos wird man nicht aus der Hauptstrasse und der Schwertgasse vertreiben können.»

Die Ideen zum Verkehr waren zwar die häufigsten, doch origineller waren jene zu Themen wie Identifikation und Integration, soziale Strukturen, Kultur und Bildung, Nutzung der Erdgeschosse, Gastronomie, Tourismus und Thermalbad. Mehr Treffpunkte auf den Plätzen, Spielorte, offene Innenhöfe  – zumindest hin und wieder oder an einem speziell deklarierten Tag der Höfe –, ein Repair-Café, auch ein Café, in dem sich Väter und Mütter mit Kindern treffen, ein Kleinkino. Oder ein Lokal der Kulturen, denn das wurde an diesem Ideenmarkt auch bemängelt: «Wir Schweizer und eingefleischte Zurzacher sind unter uns.» Eine optimale Güterabwägung zwischen Denkmalpflege und heutigen Ansprüchen an das Wohnen wurde verlangt: «Lifte in den vierten Stock müssen möglich sein, denn: Wir leben jetzt.»

«Zurzach ist der freundlichste Flecken der Schweiz», wurde als neuer Slogan vorgeschlagen. Bad Zurzach könnte Seminare anbieten, Freundlichkeitsseminare. Viele Ideen waren auch ganz konkret: Der Pumptrack für Biker wäre im Kurpark richtig. Wie in Baden ist im Flecken eine öffentliche Badewanne aufzustellen. Und das sowieso: Die Durchlässigkeit zwischen Bad und Flecken muss verbessert werden.

Ab 2. Mai jeden zweiten Samstag nimmt ein Fleckenkümmerer im ex-Café Leutwyler weitere Anregungen entgegen. «Wir nehmen sie ernst», versprach Gemeindeammann Scheuber. Nun werden die Ideen ausgewertet. Am 4. Juni werden die Ergebnisse des Ideen-Workshops präsentiert.

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