DST Combitrans

Indermühle verkauft Möbeltransport-Firma – neuer Besitzer gibt Standort Rekingen auf

Transportfahrzeuge der DST Combitrans in Rekingen.

Transportfahrzeuge der DST Combitrans in Rekingen.

Die Indermühle Holding trennt sich sich von der DST Combitrans AG – die Coronakrise machte die Bemühungen um einen Strategiewechsel zunichte. Zirka 15 der 45 Mitarbeitenden verlieren ihre Stelle.

Die Indermühle Holding mit Sitz in Rekingen AG verkauft ihr Tochterunternehmen DST Combitrans per 19. Mai an die Sieber Solutions AG mit Sitz in Berneck SG. Das teilen die beiden Unternehmen mit. Über den Verkaufspreis haben sie Stillschweigen vereinbart. 

Die Mehrheit der rund 45 Mitarbeitenden erhalte an den Standorten der Sieber Gruppe in Dietikon und Pratteln neue Anstellungen. Zirka 15 Mitarbeitende von Administration, Lager und Transport verlieren ihre Anstellung. Der Betrieb der DST wird komplett an den beiden Standorten in Dietikon und Pratteln integriert. Die DST wird als Unternehmen nicht weiterexistieren und der Standort Rekingen somit aufgegeben. Die DST-Zollagentur in Waldshut-Tiengen ist von der Transaktion nicht betroffen.

Fahrzeuge der DST-Combitrans sind neu in den Händen von Sieber.

Fahrzeuge der DST-Combitrans sind neu in den Händen von Sieber.

Konzentration auf das Kerngeschäft

Die Indermühle Holding hat sich zum Verkauf entschlossen, um sich «in der wirtschaftlich herausforderungsreichen Situation konsequent auf unser Kerngeschäft zu konzentriere», sagt Sandra Traxler, die Verwaltungsratspräsidentin der Indermühle Holding. Damit spricht sie die Coronakrise an. «Mit Blick auf unsere gesamtunternehmerische Verantwortung bündeln wir unsere Kräfte, um als Gruppe im Kerngeschäft qualitativ weiter wachsen zu können.»

Bei der DST sei seit Anfang Jahr geplant gewesen, mit neuer Führung eine neue Strategie umzusetzen. «Die Arbeiten waren bereits fortgeschritten und erzielten erste positive Resultate», so Traxler. Die Coronakrise und die damit verbundene Unsicherheit, wie und wann sich der Markt wieder erhole, habe diese Bemühungen jedoch im Keim erstickt. Alle Fachmöbelhäuser in der Schweiz, in Deutschland und Österreich mussten vorübergehend schliessen. «Das grosse Netzwerk im europäischen Möbelhandel war daher gar nicht erreichbar», führt Traxler weiter aus. Dementsprechend brach auch der Transportmarkt in diesem Bereich zusammen.

Die Firmen der Indermühle-Gruppe seien von der Coronakrise ganz unterschiedlich stark betroffen. «Insgesamt sind wir aber gut aufgestellt und zuversichtlich, dass mit den nun eintretenden Lockerungen langsam aber sicher wieder ein Normalbetrieb möglich wird», zeigt sie sich optimistisch.

Ausbau beim Möbeltransport

Die Sieber-Gruppe verfügt über Logistikzentren in der ganzen Schweiz und in Nachbarländern. Sieber will mit dem Kauf der DST seine Stellung im Möbeltransport-Markt verbessern und das Geschäftsmodell erweitern. Gemäss eigener Darstellung gehört Sieber Solutions zu den führenden Unternehmen im Bereich der 2-Mann-Lieferungen für Möbel, Weisswaren und weitere Produkte. «Mit der Übernahme des operativen Geschäfts der DST können wir attraktive Marktchancen zum verstärkten Ausbau unserer Geschäftstätigkeit im Bereich des Möbeltransports nutzen», sagt Christian Sieber, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Sieber-Gruppe. 

230 Mitarbeitende bei Indermühle

Die Indermühle Gruppe hat die DST im Jahr 2015 zu 100 Prozent übernommen. Zuvor hielt sie ein Minderheitsbeteiligung. Die 1988 gegründete DST Combitrans bot Dienstleistungen für Transport, Lagerung und Verzollung von Möbeln, Weisswaren und Accessoires an, sowohl an Firmen- wie an Privatkunden in der ganzen Schweiz, Deutschland und Österreich. 

Indermühle ist in den Bereichen (Gefahrgut-) Logistik, Carreisen und ÖV sowie Reparatur und Wartung von Nutzfahrzeugen tätig. Sandra Traxler führt das 1953 gegründete Familienunternehmen in dritter Generation. Es beschäftigt insgesamt 230 Mitarbeitende an vier Standorten in der Schweiz. 

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