Tegerfelden

«Kein Graben, aber zerbrochene Scherben»: Welche Folgen hat das Nein zur Deponie-Erweiterung für das Dorf?

In Tegerfelden soll nach der emotionalen Abstimmung zur Deponie Buchselhalde wieder Ruhe einkehren.

In Tegerfelden soll nach der emotionalen Abstimmung zur Deponie Buchselhalde wieder Ruhe einkehren.

Nach dem emotionalen Abstimmungskampf und der Ablehnung der Erweiterung der Deponie Buchselhalde soll in Tegerfelden wieder Ruhe einkehren.

Das Nein zur geplanten Erweiterung der Deponie Buchselhalde war auch am Montag noch Gesprächsthema im Surbtaler Dorf. Drei Stimmen gaben letztlich den Ausschlag zu Gunsten der Gegner. Die Frage, die man sich in Tegerfelden nun stellt: Geht man jetzt zur Tagesordnung über, oder besteht nach dem emotionalen Abstimmungskampf noch Handlungsbedarf?

«Wir bedauern das Ergebnis», sagt Gemeinderat Marius Erdin. Die Tegerfelder Exekutive hatte sich für ein Ja starkgemacht. «Aber selbstverständlich akzeptieren wir diesen demokratischen Entscheid.»

Was sich mit Bestimmtheit sagen lässt: Das Nein wird für die Gemeinde finanzielle Auswirkungen haben. Bei einer Zustimmung hätte Tegerfelden eine einmalige Entschädigung von 900'000 Franken plus zusätzlich 400'000 Franken für die Erneuerung der Kanalisation erhalten.

«Was für Projekte im Zusammenhang mit dem neuen Leitbild nun umgesetzt werden können und welche nicht, müssen wir jetzt anschauen», sagt Gemeinderätin Karin Wiedemeier. «Möglich ist, dass gewisse Investitionen zurückgestellt werden, oder dann der Steuerfuss erhöht werden müsste.»

Einige Scherben zerbrochen

Über die Gründe, weshalb der Tegerfelder Souverän die Vorlage ablehnte, kann Marius Erdin nur mutmassen. «Wahrscheinlich waren es hauptsächlich persönliche und nicht sachliche Argumente, die zum Nein führten.»

Der dienstälteste Gemeinderat hält dabei mit Kritik an den Gegnern nicht zurück. «Wir haben wiederholt das Gespräch gesucht. Es wurde uns aber stets verweigert.» Von einem Graben im Dorf möchte Erdin gleichwohl nicht sprechen.

Aber: Es seien doch einige Scherben zerbrochen. «Es liegt jetzt nicht alleine am Gemeinderat, die Wogen zu glätten, damit wieder Ruhe ins Dorf einkehrt. Wir wissen, dass seitens Gegnerschaft Falschaussagen gemacht wurden.»

Inzwischen wird die Forderung laut, dass von Seiten der Gegner entsprechende Signale kommen sollten. Beispielsweise mit einer Kandidatur für den vakanten Sitz im Gemeinderat nach dem Rücktritt von Ammann Lukas Baumgartner.

Für die Gegner herrscht bereits wieder Alltag

Seit Oktober besteht die Tegerfelder Exekutive nur aus vier Mitgliedern. «Es wäre ein Zeichen, wenn sich jemand von den 261 Personen, die Nein stimmten, für das Amt zur Verfügung stellen würde», findet auch Peter Wiedemeier. Er hatte den Vorsitz des Pro-Komitees Deponie Buchselhalde.

Heinz Deppeler vom Nein-Komitee sieht dies anders. «Die Abstimmung und die Kandidatur für einen Gemeinderatssitz sind zwei verschiedene Paar Schuhe, die nichts miteinander zu tun haben.» Deppeler glaubt zudem nicht, dass das Ergebnis vom Sonntag nachhaltig negative Auswirkungen auf das Dorfleben haben werde. «Letztlich war es für uns ein Sieg, aber auch nichts Weltbewegendes.»

Entsprechend zurückhaltend feierten die Gegner ihren Erfolg. Es sei keine überschwängliche Freude gewesen, sondern mehr eine stille Genugtuung, fasst Heinz Deppeler zusammen.

Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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