Macht 40 Franken: Wer bei der Gemeinde heute eine Dienstleistung kauft – beispielsweise eine SBB-Tageskarte in Bad Zurzach –, der bezahlt nach guter alter Sitte entweder bar, mit EC-Karte oder anderem Plastikgeld.

Wer im Bezirk Zurzach Zahlungen übers Smartphone abwickeln möchte, der hält im digitalen Store vergebens Ausschau. Keine Gemeinde bietet bisher Zahlungen über eine App an. Fragt man nach den Gründen, gleichen sich die Antworten. «Bisher bestand keine Nachfrage seitens der Einwohner», sagt Philipp Heimgartner, stellvertretender Leiter Finanzen in Würenlingen.

Zurzibiet ist nicht allein

Das Zurzibiet hat, wie ein Überblick im Kanton Aargau zeigt, den digitalen Zug nicht verpasst. Man befindet sich in guter Gesellschaft. Es gibt sie zwar, wie beispielsweise Obermumpf oder Oeschgen im Fricktal. Der Durchbruch ins App-Zeitalter ist indes noch nicht erfolgt.

Hört man sich um, sind neben der fehlenden Nachfrage die möglichen Investitionskosten momentan noch ein Hinderungsgrund. Bei lediglich einigen Dutzend Transaktionen pro Woche lohne sich die Einführung dieses Angebots schlicht nicht, heisst es.

Abklärungen für eine App laufen

Zumindest in Abklärung für eine App befindet sich die Gemeinde Leuggern. Wobei die Überlegungen erst im kleinen Kreis andiskutiert worden sind. «Wir wollen uns der Entwicklung sicher nicht verschliessen», sagt Gemeindeschreiber Stefan Kalt. «Einen konkreten Zeithorizont gibt es allerdings nicht.» Kalt sagt, was auch aus anderen Gemeinden zu vernehmen ist. Man will zunächst einmal beobachten, was für Erfahrungen Gemeinde machen, die ein entsprechendes Angebot bereits eingeführt haben, ehe man weitere Schritte plant.

Mit dieser abwartenden Haltung scheint man nicht schlecht zu fahren, wie das Beispiel Oeschgen zeigt. Die Gemeinde im Fricktal bietet der Bevölkerung seit März dieses Jahres mit dem digitalen Portemonnaie «Twint» eine zusätzliche Zahlungsmöglichkeit an. Man lädt ein Guthaben hoch und zahlt am Schalter oder im Laden unkompliziert bargeldlos.

So weit, so gut. Nur: «Bisher wurde diese Alternative nicht genutzt», sagt Thomas Wernli. Woran die Zurückhaltung liegt, vermag der Gemeindeschreiber von Oeschgen bisher nicht abzuschätzen. Eine Auswertung sei noch nicht erfolgt, so Wernli.

Auf Dauer überwiegen Vorteile

Trotz der scheinbaren Skepsis: Auf die Dauer dürften die Vorteile einer digitalen Brieftasche auch für die Gemeinden im Zurzibiet überwiegen. Die anfallenden Kommissionen, welche die Kartenfirmen ihrerseits einfordern, gehen ebenfalls ins Geld.