Schneisingen

Lokalmatador Silvan Dillier über die Schweizer Meisterschaften: «Es war einmalig»

Die Organisatoren der Schweizer Meisterschaften erhalten gute Noten.

Dass das Zurzibiet mit den Rennen von Gippingen zu den radsportverrückten Gegenden zählt, ist seit Jahrzehnten bekannt. Bereits beim Einzelzeitfahren am Mittwoch kamen erstaunlich viele Zuschauer. «Es hatte wirklich viele Leute für einen Wochentag», freut sich Adrian Baumgartner. Und er freut sich gleich doppelt. Zum einen als Gemeindeammann von Schneisingen, zum anderen als Ehrenpräsident des OKs der Schweizer Meisterschaften.

Auch am Sonntagmorgen in aller Herrgottsfrühe waren schon wieder viele Radsportfans in Schneisingen und auf der Strecke, um die Frauen anzufeuern. Und sie wurden belohnt: Mit der erfolgreichen Mountainbikerin Jolanda Neff gewann eine sehr bekannte Fahrerin das Rennen.
Oft beurteilen Zuschauer, direkt Beteiligte oder Offizielle einen Anlass etwas unterschiedlich.

Doch diesmal waren sich alle einig: Schneisingen organisierte ein tolles Radsportfest an drei Tagen. «Wir erhielten positive Rückmeldungen sowohl vom Schweizer Radsportverband als auch von den Streckenposten oder der Polizei», freut sich Baumgartner. Doch dies kam nicht von ungefähr: Bereits vor über 18 Monaten begannen die Planungen für den Grossanlass mit einem Budget von 120'000 Franken. Nötig waren ein grosses und zugleich erfahrenes OK, das sich zu knapp einem Dutzend Sitzungen traf, sowie über 300 Helfer. Dass auch die Fahrer sowohl die Strecke als auch die Atmosphäre rund um und in Schneisingen schätzten, zeigt die Reaktion des Bronzemedaillengewinners: «Die Streckensicherung war wirklich super.» Und Michael Schär gilt als äusserst kritisch in diesen Punkten.

Dillier-Hype in Schneisingen

Dillier-Hype in Schneisingen

Ein Dorf im Ausnahmezustand – in Schneisingen ist der Hype um Lokalheld Silvan Dillier gross. So gross, dass der Reporter mit Zetteln aushelfen muss, als Dillier an seiner alten Primarschule Autogramme gibt. (28.6.2018)

Gute Kulisse, spannende Rennen

Genauso freute sich OK-Präsident August «Gusti» Widmer. «Es war an allen drei Tagen eine richtig gute Kulisse und es gab spannende Rennen», sagt der Radsportexperte, der seit vielen Jahrzehnten nicht nur Velorennen organisiert, sondern darüber auch äusserst fachkundig und kritisch schreibt.

«Aber solche Meisterschaften haben immer eigene Gesetze», weiss er aus unzähligen Titelkämpfen. So wusste man, dass Steve Morabito gut in Form ist und auch immer viele Fans mitbringt. Diese waren auch im Zurzibiet mit ihren vielen Walliser Fahnen nicht zu übersehen. Dies bestätigte er mit einem souveränen Sprinterfolg gegen Patrick Schelling eindrücklich.

20 Kilometer in 4,5 Minuten: Flitzen Sie über die Strecke der Rad-Schweizermeisterschaften 2018

20 Kilometer in 4,5 Minuten: Flitzen Sie über die Strecke der Rad-Schweizermeisterschaften 2018

Von Schneisingen nach Schneisingen im Eilzugtempo – inklusive der wichtigsten Streckenpunkte.

Am Ende Rang acht

Leider nicht in den Kampf um das Meistertrikot eingreifen konnte der Lokalmatador Silvan Dillier, dessen Vater ebenfalls im OK war. Nach der Bronzemedaille im Einzelzeitfahren ging er diesmal leer aus. «Aber es war einmalig. Ganz Schneisingen schien am Strassenrand zu stehen», meinte er nur wenige Tage, bevor er an der Tour de France zum ersten Mal am wichtigsten und renommiertesten Radrennen der Welt teilnimmt. «Das wäre natürlich das i-Tüpfelchen gewesen, wenn er gewonnen hätte», meinte Widmer. «Aber für uns nicht ganz unwichtig war, dass er letztes Jahr die Meisterschaften gewonnen hatte, so konnte er zu Hause als Titelverteidiger antreten», meinte Widmer augenzwinkernd.

Am Ende musste sich Silvan Dillier mit dem achten Rang begnügen. Wenigsten hatte er – im Gegensatz zu Sieger Steve Morabito aus Granges – keinen weiten Heimweg. Aber Dillier und alle Schneisinger zeigten ihr Dorf und die gesamte Gegend im besten Licht: «Für die Gemeinde war es ein Superauftritt», bilanziert der Gemeindeammann äusserst zufrieden.

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