«So etwas würde ich auch gern in Bad Zurzach erleben»: Dieser Geistesblitz durchfuhr den dortigen Gemeindeschreiber Daniel Baumgartner am «Donnschtig-Jass» in Klingnau im vergangenen Juli. Baumgartner war einer der 3000 Zuschauer im Städtchen, die trotz anfänglichen Regens ein seltenes Live-Spektakel erlebten. «Trotz etwas Wetterpech herrschte eine tolle Volksfeststimmung und eine besondere Atmosphäre mit vielen Leuten aus unserer Region», schwärmt er noch heute.

Bad Zurzach hatte die Chance, zum Duell gegen Nachbar Klingnau um ein solches Heimspiel beim «Donnschtig-Jass» anzutreten. Aus terminlichen Gründen musste die Gemeinde damals aber absagen, worauf Wohlen zum Zug kam. «Schliesslich kam mir die Idee, dass wir uns bei ‹SRF bi de Lüt› bewerben könnten», erzählt Baumgartner. Er stellte auch das Bewerbungsdossier mit Ideen für die Sendung zusammen.

Annina Campell und Nik Hartmann, das Moderatoren-Duo von «SRF bi de Lüt - Live».

Annina Campell und Nik Hartmann, das Moderatoren-Duo von «SRF bi de Lüt - Live».

Dieses fand beim Schweizer Fernsehen offenbar grossen Anklang. Die Sendungsmacher kamen zu einer Begehung nach Bad Zurzach – und fingen Feuer. Im Dezember erhielt Bad Zurzach den Zuschlag für die Sendung vom 25. Mai (ab 20.10 Uhr). «Unsere Vorfreude ist riesig», sagt Baumgartner.

Showbühne vor Verenamünster

Was hat das SRF überzeugt? «Bei solchen Aussenproduktionen suchen wir nach passenden Kulissen, spannenden Menschen und vielseitigen Geschichten», sagt Mediensprecherin Lorena Sauter. Wichtig sind Grösse und Ambiente des Sendeplatzes. Das kann Bad Zurzach mit seinem historischen Ortskern bieten: «SRF bi de Lüt – Live: Die grosse Frühlingsshow» wird mitten aus dem Herzen des Fleckens gesendet, mit der Show-Bühne vor dem Verenamünster.

2018 sassen bei der samstäglichen Live-Sendung mit dem beliebten Moderatorenduo Nik Hartmann und Annina Campell im Durchschnitt 415’000 Personen vor dem Fernseher. Die Livesendung aus Bad Zurzach ist eine von dreien in diesem Jahr. Aargauer Gastgeber von des Quotenbringers waren zuletzt Zofingen (2013), Rheinfelden (2012) und Lenzburg (2011).

Inzwischen hat ein siebenköpfiges Organisationskomitee die Arbeit aufgenommen. An der Spitze steht Roland Indermühle. «Es ist schon ein Kribbeln da», sagt er. Er spricht von einer organisatorischen Herausforderung – das Ziel des OKs hat er aber fest im Blick: «Wir wollen Werbung für das Zurzibiet mit seinen schönen Landschaften machen. Es soll ein nachhaltiges Zurzibieter Fest werden. Wir hoffen auf 2000 Zuschauer bei gutem Wetter.»

Das Verenamünster in Bad Zurzach

Das Verenamünster in Bad Zurzach

«Die Arbeiten laufen schon auf Hochtouren», sagt Indermühle. Die vielleicht grösste Knacknuss betrifft die Umleitung des Verkehrs. Der Aufbau für die Sendung beginnt Anfang Woche, dementsprechend wird die Hauptstrasse ab Dienstag teilweise gesperrt. Die Bevölkerung werde zu gegebener Zeit detaillierter informiert. «Wir brauchen eine grossräumige Umfahrung», sagt der OK-Präsident und fügt nebenbei an: «Wenn wir die Ostumfahrung schon hätten, wäre das einfacher.» 

Schon am Tag vor der Livesendung dürften zahlreichen Schaulustige nach Bad Zurzach kommen. Die öffentlichen Hauptproben mit Statisten werden am Freitag starten. Am Samstag folgen weitere Proben. Vorgesehen ist auch eine Festwirtschaft. Dementsprechend kommt der Gastronomie eine zentrale Rolle zu. Das Konzept arbeitet das OK derzeit aus. «Für den Samstag werden wir ein Rahmenprogramm auf die Beine stellen», kündigt Daniel Baumgartner an.

Die Details zur Sendung in Bad Zurzach, etwa welcher Hauptact auftreten wird, sind noch offen. «Wie immer bei ‹SRF bi de Lüt – Live› wird auch Bad Zurzach und die Region in seiner Vielfalt abgebildet werden», verspricht Lorena Sauter. Klar sei aber: «Die Open-Air-Unterhaltungssendung bringt den Zuschauerinnen und Zuschauern die schönsten Gegenden der Schweiz mit ihren spannenden Bewohnern und Geschichten näher.»

Bad Zurzach in Bildern: