Zu verdanken ist das wohl Hans Frei, einem pensionierten Elektroingenieur aus Koblenz. Er hatte sich an der defekten Uhr gestört und kurzerhand die Passanten per Plakat und Sammelbehälter dazu aufgerufen, doch etwas für die Reparatur oder den Ersatz des Zeitanzeigers zu spenden (die az berichtete). Dies, obwohl SBB-Mediensprecherin Franziska Frey gegenüber der az betonte, es liege nicht an den Finanzen, dass die Uhr nicht geflickt wird: «Es gibt ein Problem mit der Ersatzteilbeschaffung.» Man bemühe sich, das Problem so schnell wie möglich zu lösen.

500 Franken Spenden

Nun ging es bei den SBB offenbar voran: Pünktlich zur Zeitumstellung haben die Pendler ihre Uhr zurück. Hans Frei teilte gestern mit: «Ich habe soeben gesehen, dass eine neue Uhr hängt.» Seine Sammelaktion hatte Spendenversprechen von rund 500 Franken eingebracht. Ein schöner Betrag – «aber wenn man bedenkt, dass eine neue Uhr 3500 bis 4000 Franken kostet, ist das natürlich nicht viel», so Frei.

Einlösen müssen die Spender ihr Versprechen sowieso nicht: Frei hatte stets gesagt, dass seine Aktion nur symbolisch sei. Der 82-Jährige freut sich sehr darüber, dass «Koblenz Dorf» nun wieder über eine funktionierende Uhr verfügt und dass seine Aktion die Angelegenheit wohl beschleunigt hat. Bereits als Kind war Frei von der Bahn fasziniert. Sie sei eine Synthese verschiedener wissenschaftlicher Bereiche wie das Bauwesen, die Mechanik oder die Elektrotechnik.

«Zudem bewundere ich auch das Engagement, welches das Schweizer Bahnpersonal an den Tag legt», sagt er. Die Spendenaktion hatte Frei deshalb nicht nur ins Leben gerufen, weil er sich an der lange defekten Bahnhofsuhr störte. Sondern auch, weil er damit auf das symbolträchtige Objekt aufmerksam machen will: die Uhr mit der roten Abfahrtskelle als Sekundenzeiger, die der Ingenieur Hans Hilfiker im Jahr 1944 für die SBB entworfen hat. «Sie ist Teil der Schweizer Identität», sagt Frei. (nro/ces)