Bad Zurzach

Nach über einem Jahrzehnt: Tägliches Flanieren durch den Schlosspark bald wieder möglich

Elf Jahre lang blieb das Tor zum Schlosspark der Villa Himmelrych in Bad Zurzach zu. Nun soll sich dies ändern – ab Anfang August steht der Park wieder täglich offen. Mit einer Skulpturenausstellung wird er wieder eröffnet.

Nach über einem Jahrzehnt stand Mitte Juni das prächtige Tor am Parkeingang des Schlosses Bad Zurzach erstmals wieder offen. Zahlreiche Besucher nutzten am «Morgen der offenen Türe» die Gelegenheit, durch den Schlosspark zu flanieren. Jetzt wird bekannt: Ab Freitagabend, 7. August, steht der Park wieder täglich offen. Gleichzeitig zeigen sieben Kunstschaffende aus der Schweiz und Deutschland ihre Skulpturen im Park. «Nach elf Jahren Stillstand startet das Schloss Bad Zurzach in eine neue Ära», schreibt die Besitzerin, die Park Himmelrych AG, in einer Mitteilung.

An der Skulpturenausstellung «Aufatmen im Park» zeigen die Künstler Werke, die bis zu neun Tonnen wiegen. Nächste Woche werden die Skulpturen aufgestellt. Einige werden zum ersten Mal öffentlich vorgestellt. «Die Ausstellung im Park soll ein Zeichen setzen, dass unsere Gesellschaft nach Monaten von Isolation und Unsicherheit zu neuen Impulsen bereit ist», heisst es in der Mitteilung weiter. Zu den Künstlern zählen Thomas Santhori aus Bad Zurzach, Behrouz Varghaiyan aus Rekingen, Gillian Louise White aus Leibstadt, Beat Zoderer aus Wettingen, Heinz Aeschlimann von Art-St-Urban in Zofingen, Josef Briechle aus Waldshut-Tiengen und Kurt Laurenz Metzler aus Zürich.

Der Textilfabrikant Jakob Zuberbühler errichtete das Schloss Bad Zurzach als Villa Himmelrych Anfang des 20. Jahrhunderts. Ab 1978 stellte die Antonie-Deusser-Stiftung Bilder des deutschen Künstlers August Deusser im Schloss aus. Nach einem Rechtsstreit zwischen Stiftungsmitgliedern waren ab 2009 das Gebäude, der Park und das Museum samt Café geschlossen. Aus dem Prachtbau wurde eine Geistervilla. Seit 2012 versuchte die Stiftung, das Schloss zu verkaufen, zuletzt für 15 Millionen Franken.

Von Geistervilla zu belebtem Schlossareal

Im Oktober 2019 wurde bekannt, dass die Park Himmelrych AG, ein Tochterunternehmen der Döttinger Birchmeier-Gruppe, das Anwesen kaufte. Unterdessen gehören nebst Markus Birchmeier auch das Leibstädter Ehepaar Heinrich und Marianne Pfister sowie die Bad Zurzacher Karin und Reto S. Fuchs zu den Mitbesitzern. Letztere tragen die Hauptverantwortung für die Entwicklung des Schlosses, des Parkes, der Wohnliegenschaften und des Baulandes. Ziel sei es, das wunderbare Schlossareal wieder mit Leben zu erfüllen, sagte Verwaltungsratspräsident Fuchs im März.

Im Moment präsentiert sich das Schloss noch so, wie es die Park Himmelrych AG im Herbst von der Antonie-Deusser-Stiftung übernahm. Nur im Keller zeugen die beiden leeren Stuck-Bilderrahmen an der Wand von der Vergangenheit des Schlosses als Kunstmuseum. Im Nordost-Eckzimmer des Erdgeschosses hat mit dem neuen Atelier des Populärkünstlers Thomas Santhori die Kunst im Schloss bereits wieder Einzug gehalten. Im August folgt nun die Skulpturenausstellung im Park.

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