Bad Zurzach

Nach wiederholten Vandalenakten am Bahnhof: Die SBB greifen durch

Der Aufenthaltsraum im Bahnhof bleibt über die Nacht zu.

Der Aufenthaltsraum im Bahnhof bleibt über die Nacht zu.

Im Bahnhofsgebäude in Bad Zurzach ist es wiederholt zu Beschädigungen gekommen, nun greifen die SBB durch.

Das Problem ist nicht neu: Die SBB verzeichnen jährlich Vandalismusschäden an Gebäuden – also Sprayereien, zerstörte WCs, eingeschlagene Scheiben oder Littering – in Höhe von mehreren Millionen Franken. «Wir beobachten teilweise unfassbare Zerstörungen und bringen jede Sachbeschädigung konsequent zur Anzeige, denn Vandalismusschäden müssen indirekt über Billettpreise oder über die Steuern bezahlt werden», sagt ein SBB-Sprecher.

Jüngstes negatives Beispiel in der Region ist die Wartehalle am Bahnhof Bad Zurzach. SBB-Kunden werden dort im Eingangsbereich entsprechend informiert: Leider müsse man infolge ständigem Vandalismus und Littering den Wartesaal schliessen, steht dort auf einem Anschlag.

Die Verunreinigungen und Zerstörung haben in letzter Zeit ein Ausmass angenommen, dass sich die Verantwortlichen nun zum Handeln gezwungen sahen. Ab sofort ist der Wartesaal von 18 Uhr abends bis 7 Uhr morgens geschlossen. «Es war schlicht nicht mehr tolerier- und zumutbar», sagt der zuständige Bahnhofsleiter, Heinz Dätwyler.

Regelung gilt vorerst bis 5. Januar

«Uns tut es leid, dass alle anderen, die sich an die Regeln halten nicht mehr ins Gebäude und an die Wärme können», so Dätwyler. Der Raum ist ein beliebter Treffpunkt. «Dagegen haben wir nichts», sagt er. Auch Partys würden darin abgehalten. «Die Leute sollen den Saal aber so verlassen, wie sie ihn vorgefunden haben.» Leider funktioniere das nicht, bedauert Heinz Dätwyler. Die Regelung gilt vorerst bis zum 5. Januar. Danach wolle man den Saal wieder öffnen, sagt der Bahnhofsleiter. «Wir werden die Situation aber im Auge behalten. Sollte das Problem danach wieder auftreten, würde man auch eine vollständige Schliessung des Raums in Erwägung ziehen.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die SBB im Zurzibiet zu solchen Mitteln greifen müssten. Im Warteraum am Bahnhof Döttingen gab es vor einigen die gleichen Probleme, worauf dieser geschlossen wurde.

Stellt sich die Frage, warum der Bahnhofsbereich in Bad Zurzach künftig nicht mit Videokameras versehen wird, um des Problems Herr zu werden. Grössere Bahnhöfe der SBB werden seit Jahren videoüberwacht. Der Bundesrat erliess 2003 die «Verordnung über die Videoüberwachung durch die Schweizerischen Bundesbahnen SBB». Seither dürften die SBB theoretisch alle Züge und Bahnhöfe mit Kameras ausrüsten – sofern sie das mit Schildern erkennbar machen und die strengen Datenschutzvorschriften des Bundes einhalten. In Bad Zurzach hat man darüber auch schon diskutiert. Ob der Gedanke weiterverfolgt wird, kann Heinz Dätwyler zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten.

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Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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