TV Endingen

Nebelmaschine löst beim Aargauer Handball-Derby im GoEasy einen Grosseinsatz der Feuerwehr aus

Nebelmaschine löst beim Aargauer Handball-Derby einen Feuerwehreinsatz aus

Szenen der Einlauf-Show des TV Endingen vor und hinter den Kulissen.

Im Handball-Derby zwischen Endingen und Suhr Aarau löste eine Nebelmaschine einen Grosseinsatz der Feuerwehr aus.

Auch beim TV Endingen halten moderne Showeffekte inzwischen Einzug. Nach dem Vorbild der National Hockey League in Nordamerika laufen die Spieler bei der Teampräsentation aus dem Bauch eines überdimensionalen Löwen auf das Feld der GoEasy-Arena in Siggenthal – begleitet von künstlich erzeugtem Nebel.

So auch am vergangenen Mittwoch im Derby gegen Suhr Aarau (22:23). Bei den über 1000 Zuschauern in der Halle kam die neue Attraktion gut an. Unter ohrenbetäubendem Lärm wurden die Spieler begrüsst.

Der Endinger Marius Moser läuft im Nebel in die Halle. Hinter ihm ging der Feuermelder los.

Der Endinger Marius Moser läuft im Nebel in die Halle. Hinter ihm ging der Feuermelder los.

Was die Fans nicht mitbekamen: Hinter den Kulissen löste die Nebelmaschine einen Feueralarm aus. Im Geräteraum reagierte ein Melder auf die Schwaden. Man habe einige Tage zuvor einen Testlauf gemacht, sagt der zuständige Sicherheitsbeauftragte des TV Endingen, Richard Kicza. Dieser sei problemlos verlaufen. «Womöglich waren die Lüftungsverhältnisse durch die vielen Zuschauer etwas anders.»

Vor Ort waren ein Dutzend Feuerwehrleute

Die automatische Gesamtüberwachung setzte daraufhin das ganze Sicherheitsdispositiv im GoEasy-Komplex, zu dem auch ein Restaurant, eine Bowlingbahn und ein Hotel gehören, in Bewegung.

Das Notfall-Management habe hervorragend funktioniert, lobt Hallenbesitzer Beat Anliker. Dadurch stand auch eine Evakuation nicht zur Diskussion. «Innert Minutenfrist waren alle zuständigen Stellen informiert.»

Zu diesen gehörte auch die Feuerwehr Untersiggenthal. Sie rückte mit gut einem Dutzend Mann und mehreren Fahrzeugen aus. Der zuständige Kommandant Thomas Gaupp bestätigt den Einsatz auf Anfrage.

Danach wurde auf die Nebelmaschine verzichtet

Es sei zum Glück schnell klar gewesen, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt habe, so Gaupp. Einsätze wie dieser kommen für ihn und seine Leute verhältnismässig selten vor. Er spricht von ein bis zwei solcher Einsätze jährlich.

Den Verantwortlichen des TV Endingen ist der Vorfall trotz glimpflichem Ausgang unangenehm. Man hat die entsprechenden Konsequenzen bereits gezogen. Im Spiel gegen die Kadetten Schaffhausen letzten Samstag verzichtete man auf die Nebelmaschine.

Ob sie nochmals zum Einsatz kommt, sollen weitere Abklärungen ergeben. Für den Verein und die Betreiberin der GoEasy-Halle bleibt zumindest der Einsatz der Feuerwehr ohne finanzielle Folgen. Erst ab dem zweiten Fehlalarm werde im Normalfall eine Rechnung gestellt, sagt Thomas Gaupp.

Kein Vorwurf an den TV Endingen

Beat Anliker zieht aus dem Vorfall zwei Erkenntnisse: «Erstens ist es dumm gelaufen.» Dem TV Endingen will er aber keinen Vorwurf machen. Man hätte die Anlage zwar auf intern stellen und eine Brandwache bereitstellen können.

«Diese Option wird für künftige Veranstaltungen überprüft, welche Nebelmaschinen im Einsatz haben. Im Vordergrund steht jedoch die lückenlose Sicherheit der Gäste.» Wichtig sei, dass der Ablauf einwandfrei funktioniert habe. «So gesehen, war es eine perfekte Notfallübung.»

Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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