Migros-Kunden sind treue Kunden oder: Wer einmal in der Migros einkauft, kauft sein Leben lang beim orangen Riesen ein. Das gilt auch für den Supermarkt in Bad Zurzach. Ab kommender Woche wird sich die Kundschaft allerdings mit einer Angebotskürzung abfinden müssen. Auf einem Info-Plakat wird über die bevorstehende Schliessung des Restaurants am 18. April orientiert. Man bedanke sich für das Vertrauen und die Treue in den vergangenen Jahren, heisst es.

«Ich bedaure das ausserordentlich», sagt eine ältere Passantin vor dem Geschäft. Sie habe sich jeweils zum «Käfele» mit ihren Freundinnen getroffen. «Wir müssen nun schauen, wo wir unseren Tratsch künftig abhalten wollen.» Übermässig viele Alternativen gebe es im Ort schliesslich nicht. Auch zwei Handwerker, die im ersten Stock gerade ihr Mittagessen zu sich nehmen, sind über die Schliessung alles andere als erfreut. Man erhalte hier ein Menü zu bezahlbaren Preisen. Auch für sie ist unklar, wo sie sich künftig verpflegen werden.

Seit Jahren rückläufige Nachfrage

Der Grund für die Schliessung überrascht indes kaum: «Wir verzeichneten ein stark rückläufiges Bedürfnis, wodurch die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben ist», sagt Sprecherin Andrea Bauer. Seit längerer Zeit habe der Konzern diese Beobachtung machen müssen. Nach knapp 20 Jahren Betrieb hat das Restaurant nun ausgedient.

Nimmt denn die Nachfrage nach den Restaurants des Grosskonzerns allgemein ab? Die Mediensprecherin verneint: «Für die Genossenschaft Migros Aare stimmt diese Aussage auf jeden Fall nicht.» Trotzdem: Auch andernorts mussten bereits Restaurants schliessen. Aus immer demselben Grund: Kaum noch Rentabilität. «Wie überall gilt es auch in der Gastronomie, am Puls der Zeit zu bleiben und den sich wandelnden Bedürfnissen der Gäste bestmöglich gerecht zu werden», weiss Bauer. Nur so könne man sich in der wachsenden Gastro-Szene behaupten.

Gänzlich wird das Angebot der Migros im Zuge dieser Anpassung dennoch nicht verschwinden: Der Supermarkt bleibt bestehen. Ab dem 25. April bietet dieser zusätzlich Migros-Daily-Produkte an. Für die Kunden gibt es ausserdem die Möglichkeit, diese Produkte vor Ort zu konsumieren. Für eine Mutter mit ihren beiden Kindern ist das ein schwacher Trost. «Wir werden unseren «Znüni-Stopp» wohl oder übel nun an einem anderen Ort einlegen müssen.

Für die nun leerstehende Restaurantfläche im Obergeschoss sei laut Bauer eine Alternativnutzung in Form von Büros vorgesehen. «Mögliche Interessenten dafür werden momentan gesucht.»

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