Lengnau/Endingen

Projekt Doppeltür: Noch fehlen 8 Millionen Franken für das Besucherzentrum

Ein Doppeltür-Haus in Endingen. (Archivbild)

Ein Doppeltür-Haus in Endingen. (Archivbild)

Das ambitionierte Projekt Doppeltür rückt näher. Bisher sind Spenden von 1,75 Millionen Franken eingegangen oder versprochen worden. Der Vereinspräsident sagt: «Geld sammeln ist Knochenarbeit.»

Nach der Gründung Anfang 2017 erwarb der Verein Doppeltür im Herbst 2018 die Liegenschaft am Spycherweg 2 in Lengnau, das mit dem Besucherzentrum in Zukunft das Herzstück des Projekts beherbergen wird. Durch den Kauf des 200 Jahre alten Doppeltürhauses, das gleich neben der Synagoge am Dorfplatz liegt und bis 2017 die Spar-Filiale beherbergte, braucht der Verein nun weniger Geld zur Umsetzung des Projekts. Vereinspräsident Lukas Keller erklärt: «In den ursprünglich budgetierten 16 Mio. Franken war auch ein Neubau für das Besucherzentrum eingeplant.» Mit dem Kauf des jüdischen Mehrfamilienhauses benötigt der Verein aber nur noch insgesamt zehn Mio. Franken, um das Besucherzentrum realisieren und den Betrieb für fünf Jahre sicherstellen zu können.

Mit den bisher erhaltenen oder versprochenen Spenden von 1,75 Mio. Franken fehlen demnach noch 8 Millionen. Bis im Sommer will der Verein das Vorprojekt erstellen – die Grundlage, um grosse Geldgeber anzugehen. Bestandteil sind das Ausstellungs-, das Betriebs- und das Architekturkonzept. «Grössere Stiftungen sprechen ihre Beiträge erst, wenn ein konkretes Projekt vorhanden ist», erklärt Keller. Dass auch ohne das ausgearbeitete Vorprojekt bereits fast zwei Millionen Franken an Spenden zusammenkamen, sei unglaublich. Er ist zuversichtlich, dass mithilfe des Vorprojekts im Spätsommer zwei, drei weitere, grössere Geldbeträge fliessen werden. «Wir führten bereits Verhandlungen.» Könnten diese mit einem positiven Resultat abgeschlossen werden, sei das Projekt auf gutem Weg. Er sagt aber auch: «Geld sammeln ist Knochenarbeit. Noch sind wir weit von den angestrebten zehn Millionen entfernt.»

Sobald das finanzielle Ziel erreicht ist, gründet der Verein eine Stiftung. Dieser Schritt soll in diesem Jahr vorbereitet und im kommenden Jahr umgesetzt werden. Nach der Ausarbeitung des Vorprojekts folgt die Arbeit am Projekt im Detail, frühestens im kommenden Jahr soll das Baugesuch für den Umbau des künftigen Besucherzentrums eingereicht werden. Eine im vergangenen Jahr erstellte Studie zeigt, dass es verschiedene Varianten gibt, wie das Mehrfamilienhaus in Zukunft genutzt werden kann. Beispielsweise besteht die Möglichkeit eines unterirdischen Auditoriums, das sich hinter dem Gebäude entlang der früheren Bäckerei bis zum jüdischen Bad, der Mikwe, erstrecken könnte. Die Rückseite könnte zudem ausgebaut werden, um den dritten Stock besser erschliessen zu können. Wann die ersten der jährlich erwarteten 30'000 Personen im Besucherzentrum empfangen werden, ist noch unklar. Lukas Keller: «Ich rechne frühestens im Jahr 2022 damit.»

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