«Wir müssen Achtgeben, dass wir als Betroffene eines möglichen Tiefenlagers nicht zu Tätern gemacht werden», eröffnete Hanspeter Lienhart, Präsident der Regionalkonferenz Nördlich Lägern, die Versammlung.

«Es sind nicht wir, welche die Region für ein Tiefenlager noch den Ort für Oberflächenanlagen bestimmen. Unsere Aufgabe ist lediglich, uns als betroffene Bevölkerung darüber zu äussern, wo eine mögliche Oberflächenanlage am wenigsten ungünstig erscheint.» Den Entscheid werden Experten und abschliessend der Bundesrat treffen.

Zuerst gaben Anträge des Vereins «Klar! Züri Unterland» Anlass zu einer lebhaften Diskussion. Die Anträge verlangten unter anderem, dass die Mitglieder der Regionalkonferenz ihre wirtschaftlichen Abhängigkeiten von Kernkraftwerkbetreibern offenzulegen haben.

Gegenvorschlag

Die Leitungsgruppe machte den Gegenvorschlag, dass die Mitglieder der Regionalkonferenz umfassend deklarieren müssen, welchen Gemeinden und Organisationen ein Mitglied angehört oder es vertritt.

Die Regionalkonferenz stimmte dieser Lösung zu. Als Reaktion auf die Ablehnung seines eigenen Antrags sistierte darauf «Klar! Züri Unterland» seine Mitwirkung bei der regionalen Partizipation.

Vor der eigentlichen Diskussion der Standorte stellten die 16 deutschen Teilnehmer der Regionalkonferenz den Antrag, die von der Fachgruppe Oberflächenanlage in zahlreichen Sitzungen vorgenommene Bewertung der Standorte zurückzuweisen, da diese weder schlüssig noch nachvollziehbar seien.

Dieser Antrag wurde knapp mit 38 zu 43 zurückgewiesen.

Fünf Standorte weiter prüfen

Nach einem 31 Punkte umfassenden Kriterienraster bestimmten die Teilnehmer diejenigen Standorte, welche sie für Oberflächenanlagen am wenigsten problematisch erachten.

Dabei fiel die Präferenz auf die Standorte NL-2 Weiach und NL-2a Weiach optimiert sowie NL-4 Glattfelden Ost. Ebenfalls noch Berücksichtigung fanden NL-1 Mellikon-Rekingen sowie NL-6 Stadel Haberstal.

Die Fachgruppe Oberflächenanlage hat nun den Auftrag, diese Standorte weiter zu prüfen und zuhanden der nächsten Vollversammlung der Regionalkonferenz vom 28. August eine Empfehlung abzugeben. (az)