Bad Zurzach

Saisonstart bei 13 Grad im Regibad: Ein Badevergnügen mit Schönheitsfehler

Das Regibad eröffnete am Samstag als erstes Schweizer Freibad die Saison – ohne die Hauptattraktion.

«Den ersten April musst überstehn. Dann kann dir manches Guts geschehn.» Wenn zutrifft, was Goethe behauptet hatte, können rund 500 Menschen wohlgemut in die Zukunft blicken, denn so viele haben den 1. April beim «Open-Air-Opening» am Rheinufer bei Sonnenschein bestens überstanden: Wie jedes Jahr ist das Regibad Zurzach einen Monat früher als die anderen Freibäder der Schweiz, am Samstagmorgen um 10 Uhr, in die neue Saison gestartet.

Bereits eine Viertelstunde vorher traten draussen ein gutes Dutzend Habitués – ausgerüstet mit grossen Taschen, Klapp-Liegebetten, Bademänteln, Aquafit-Gürteln – nervös von einem Bein aufs andere. Kaum hatten die Kassiererinnen grünes Licht gegeben, türmten sich schon vor ihnen die Bestellungen für Saison-Abos und wurden, dank Gratis-Eintritt am Eröffnungstag, die Garderoben gestürmt.

Die Lufttemperatur lag erst bei 13 Grad, doch als die blauen Zeiger auf der gelben Uhr 10.05 anzeigten, glitzerte der Chromstahl im Schwimmerbecken mit dem Blau des auf 26,3 Grad geheizten Wassers und dem Strahlen von 21 Männern und Frauen, die sich darin tummelten, um die Wette.

Geld fehlt für geplante Rutsche

Trist ragte einzig und allein der klägliche Rest der Rutschbahn in den blauen Himmel. Demnächst werden auch die letzten Elemente abgebrochen. 13 der je zwei Meter lange Halbröhren, sind zwecks künstlerischer Gestaltung an Schulklassen verteilt worden: «An den Wasserspieltagen Anfang Juli werden wir die Preise für Werke verleihen», verrät Betriebsleiterin Monika Dietsche.

Beim Thema Wasser-Rutschbahn ist ihr Strahlen etwas getrübt, sind doch für einen neuen, 75 Meter langten Rutsch-Plausch erst rund 57 000 Franken beisammen. Benötigt werden, inklusive Pumpen und Umgebungsarbeiten, 360 000 Franken. «Am 22. April werden wir am Frühlingsmärt mit einem Stand vertreten sein und die Werbetrommel rühren. Intensiviert werden wir auch das Gespräch mit den Detaillisten suchen und vielleicht die restlichen Elemente von Künstlern gestalten lassen», so Dietsche.

Das nunmehr leere kleine Auffangbecken, ehemals «Talstation» der Rutschbahn, ist momentan als Baustelle abgesperrt. «Wir wollen es aber nicht so stehen lassen, sondern als zusätzliche Ruheplatz gestalten.»

Die Investitionen, so Dietsche weiter, müssten angesichts des jährlich wiederkehrenden Defizits zwar tief gehalten werden. «Doch 200 Meter Fugen mussten dringend durch eine Spezialfirma erneuert werden.» Fleissig haben die Badmeister über die Wintersaison für mancherlei Mehrwert auf dem Areal gesorgt.

So wurden dem kubischen Beton-Brunnen beim Eingang die Ecken «gestutzt», an denen sich immer wieder übermütige Kinder leicht verletzt hatten. In den Garderoben wurden die Böden neu gestrichen – nunmehr in freundlichem Hellgrau, statt tristem Schwarz. Da der Brunnen bei den Schach- und Mühle-Spielen marode war, musste er abgebrochen werden. «Ein neuer ist bestellt. Er ist ganz schlicht und wird aus zwei Hähnen Trinkwasser liefern», so Dietsche.

Der Blick durch den Zaun

Sichtlich stolz ist die Betriebsleiterin auch auf die beiden Doppelbänke, die ebenfalls demnächst geliefert werden. Sie werden am Rande des Grasstreifens an der Längsseite des Sportbeckens stehen. Sitzt man auf der einen Seite, kann man den Schwimmenden und Aqua-Fittenden zusehen oder von der anderen Seite aus den Blick über die Liegewiese und den Rhein ans deutsche Ufer gleiten lassen. «Wir haben dafür zwar zwei Lücken in den Drahtzaun schneiden müssen und der Grasstreifen wird darunter leiden. Dafür gibt es nun schöne Plätze zum Sünnele, Lesen, Träumen, wenn morgens oder nach einem Regentag die Wiesen noch feucht sind», sagt Dietsche.

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