Leibstadt

Schnellster Raser des Zurzibiets will Urteil anfechten – weil er seinen Mercedes zurück haben will

Die Strasse zwischen Leibstadt und Schwaderloch, auf welcher der Raser unterwegs war.

Die Strasse zwischen Leibstadt und Schwaderloch, auf welcher der Raser unterwegs war.

Der 47-jährige Deutsche wehrt sich gegen das Urteil des Bezirksgerichts Zurzach. Doch wie stehen seine Chancen, dass er Erfolg hat mit einer Beschwerde?

Er ist der schnellste Raser im Zurzibiet: Mit 193 km/h wurde ein 47-jähriger Deutscher aus der Region am 26. Juli 2020 ausserorts in Leibstadt geblitzt, als er auf der Kantonsstrasse in Richtung Schwaderloch unterwegs war. Er sass am Steuer seines Mercedes-Benz AMG. Nach Abzug der Sicherheitsmarge war er netto 108 km/h zu schnell. 

Das Bezirksgericht Zurzach hat ihn für das Raserdelikt vergangene Woche zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten (3 Jahre Probezeit) und einer Busse von 2000 Franken verurteilt. «Es war die höchste je in diesem Bezirk gemessene Geschwindigkeit; die Tatschwere ist massiv», sagte der Gerichtspräsident bei der Urteilsverkündung. Auf einen Landesverweis haben die Richter verzichtet. Der 47-Jährige lebt seit 16 Jahren in der Schweiz.

Mercedes-Benz soll verkauft werden

Das Gericht urteilte zudem, dass der Mercedes-Benz des 47-Jährigen verwertet und der Erlös für die Begleichung der 4000 Franken Gerichtskosten sowie die Busse verwendet wird. Das ist der Grund, wieso der Raser das Urteil anfechten und eine Beschwerde einreichen wird. "Ich habe ihn geerbt. Von meiner Frau, die 2018 gestorben ist", sagt er dem "Blick". Die AZ hat ihn nicht erreicht. 

Doch wie stehen seine Chancen, dass er mit der Beschwerde Erfolg haben wird? Bei solchen Raserexzessen werden die Fahrzeuge seit einer Gesetzesänderung (Via Secura) auf Anfang 2013 landesweit eingezogen und verwertet. Die Gerichte können die Verwertung unter zwei Voraussetzungen anordnen.

Erstens muss der Täter eine grobe Verkehrsregelverletzung "in skrupelloser Weise" begangen haben. Zweitens muss das Gericht eine Gefährdungsprognose für den Beschuldigten vornehmen und dabei prüfen, ob das Fahrzeug in seiner Hand in Zukunft die Verkehrssicherheit gefährdet, respektive ob die Beschlagnahme eine geeignete Massnahme ist, um ihn vor weiteren groben Verkehrsregelverletzungen abzuhalten.

Bei der Beurteilung des letzten Punktes hat das Bezirksgericht Zurzach die einschlägigen Vorstrafen des 47-Jährigen berücksichtigt; er hat schon mehrere Monate ohne Führerausweis auskommen müssen. Andere vorbestrafte Raser, die sich vor dem Bundesgericht gegen die Verwertung ihres Fahrzeugs gewehrt haben, sind auch wegen dieses Punktes dort abgeblitzt. Die Chancen des schnellsten Zurzibieter Rasers dürften deshalb nicht zum Besten stehen. (pz)

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