Döttingen

Sie schlüpft in die Haut des Tollpatschs

Angie Wendel (links) und ihre Tochter Seline hauchen Globi und Papa Moll Leben ein.

Angie Wendel (links) und ihre Tochter Seline hauchen Globi und Papa Moll Leben ein.

Im Dezember kommt der Papa-Moll-Film ins Kino. Mit dabei ist die Döttingerin Angie Wendel.

Angie Wendel hat einen Beruf, von dem viele nicht einmal zu träumen wagen. Sie ist schweizweit die Einzige, die eine Lizenz für die Animation und den sogenannten «walking acts» für Papa Moll, Globi und Globine besitzt. «Das ist ein tolles Gefühl», sagt die Clownin und Kinderanimatorin aus Döttingen. «Aber es macht auch ziemlich Druck.» Die Kinder würden Papa Moll in- und auswendig kennen. Mit diesem Wissen müssen Angie Wendel und ihr Team mithalten können. «Wenn ein Kind der Plüsch-Figur Papa Moll erzählt, dass sein Grossvater ebenfalls ‹d Hex im Rugge gha hät›, muss dem Figuranten die Szene präsent sein», sagt sie.

Dies bedeutet für Wendel und ihr Team, das aus über fünfzig Personen besteht, dass sie die Bücher und ihre Geschichten kennen. «Ein anspruchsvolles Unterfangen, dem wir uns gerne stellen», sagt die 50-Jährige, die seit elf Jahren mit dem Globi Verlag zusammen arbeitet und die Nutzungsrechte für Veranstaltungen mit den Figuren Globi, Papa Moll und Globine besitzt. Zuerst hat sie daran gezweifelt, ob sie und ihr Team dieser Herausforderung gewachsen sind. Die Befürchtungen sollten unbegründet sein.

Auch an der Badenfahrt dabei

Was genau Papa Moll am Filmstart am 21. Dezember im Trafo Baden machen wird, bleibt vorerst noch geheim. Nicht geheim ist hingegen, dass Angie Wendel mit ihrem Team an der Badenfahrt mitmachen wird. Dort sind sie mit den Figuren Globi, Globine und Papa Moll vertreten und werden Kindergesichter schminken, Tierballone kreieren und mit Musik, Tanz, Spiel und einer Buchtauschbörse für Unterhaltung sorgen. «Globi ist heuer 85 Jahre alt. Grund genug, dies mit den Kindern am 19. und 26. August in der Kinderwelt unter der Hochbrücke zu feiern.»

Globi wird an viele andere Anlässe eingeladen. Hauptsächlich in Bibliotheken, Buchläden und Einkaufszentren sind seine Einsätze gefragt. An einem Bahnhoffest, Samariter- und Feuerwehrevent oder aber an der Olma darf der Plüsch-Globi ebenfalls nicht fehlen. «Wir sind bestens ausgerüstet, haben je nach Thema den Erste-Hilfekoffer dabei oder die Kondukteurkelle und den Billettknipser», sagt Wendel. Der Aufwand lohne sich und sei finanziell attraktiv.

Kinderanimatorin und Clown zu werden war nicht ihr Kindheitstraum. «Überhaupt nicht, da bin ich reingerutscht», sagt Wendel. Nach der KV-Lehre besuchte sie die Scuola Dimitri im Tessin und ist seither diesem Beruf treu geblieben.

Als Kinder-Clown schätzt sie die Ehrlichkeit, mit der sie konfrontiert werde. «Wenns nicht gefällt, läuft ein Kind einfach davon.» Umso wichtiger sei, gut vorbereitet zu sein und am Anlass selber das «Gschpüri» dafür zu haben, wo man die Kinder abholen kann. Unterstützt wird Wendel dabei von ihrem Team, das aus professionellen Artisten und aus Studenten aus dem pädagogischen Bereich besteht. Für die Einsatzplanung der rund 800 jährlichen Events ist Tochter Seline seit zwei Jahren zuständig. «Als Pubertierende hat sie sich dafür geschämt, eine ‹Clown-Mutter› zu haben. Nun ist sie selber mit Herzblut dabei.» Von Anfang an mit von der Partie sind die Mutter von Angie und die Schwester. Und natürlich die Plüsch-Figuren Globi, Globine und Papa Moll.

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