Grossratswahlen

So viele Frauen wie noch nie wollen das Zurzibiet in Aarau vertreten

Die Zurzibieter Grossratskandidatinnen Monika Baumgartner-Schwere (CVP), Susanne Gfeller (SVP), Elena Flach (SP) und Claudia Hauser (FDP).

Die Zurzibieter Grossratskandidatinnen Monika Baumgartner-Schwere (CVP), Susanne Gfeller (SVP), Elena Flach (SP) und Claudia Hauser (FDP).

Ein höherer Frauenanteil wäre bei den Grossratswahlen im Herbst in der Theorie möglich. Aber alle Bisherigen treten wieder an.

Nur eine Frau aus dem Zurzibiet schaffte es vor vier Jahren in den Grossen Rat, die restlichen sechs Sitze besetzen Männer. Eine Woche lang stellte das Zurzibiet immerhin zwei Grossrätinnen, als FDP-Frau Claudia Hauser aus Döttingen für den Tegerfelder Erwin Baumgartner nachrückte. Doch kurz darauf gab Monika Stadelmann (SP, Bad Zurzach) ihre Demission bekannt, der Lengnauer David Burgherr übernahm ihren frei werdenden Sitz. Die Chancen stehen aber gut, dass die Zurzibieterinnen in der nächsten Legislaturperiode besser vertreten sind: Gegenüber den vergangenen Wahlen steigerte sich der Frauenanteil unter den Kandidierenden von 28 auf fast 40 Prozent − mehr als im kantonalen Durchschnitt. Ob sich diese gute Ausgangslage nach den Wahlen auch im Parlament widerspiegelt, ist offen. Denn alle Bisherigen treten wieder an.

Mit vier Frauen weist die SP den grössten Frauenanteil auf ihrer Liste auf. Erreichen die Sozialdemokraten ihr Ziel, einen zweiten Sitz zu gewinnen, stehen die Chancen gut, dass eine weitere Frau in das Parlament einzieht. Denn nebst dem Bisherigen David Burgherr treten mehrere Frauen an, die teilweise über die Bezirksgrenze hinaus bekannt sind. Elena Flach (Rekingen) verpasste zwar 2019 den Sprung in den Nationalrat, erreichte aber immerhin über 22'000 Stimmen. Im Bezirk bekannt sein dürften auch die Tegerfelderin Ilona Mühlebach-Neff als Gründungsmitglied der «IG gesunder Mobilfunk Zurzibiet» und die Regierungsratskandidatin und Vizepräsidentin der JUSO Aargau, Cybel Dickson aus Bad Zurzach.

Die Freisinnigen treten mit drei Frauen auf ihrer Liste an, angeführt von Bezirkspräsidentin Claudia Hauser. Sie ist aktuell die einzige Zurzibieterin im Grossen Rat. Bei den Nationalratswahlen 2019 erzielte die Döttingerin fast 19'000 Stimmen. Im Bezirk keine Unbekannte ist auch Elvira Mrose, Vize-Stadtammann in Klingnau und Präsidentin des Gemeindeverbands «Zurzibiet sozial».

In den Kampf um ihre drei Sitze schickt die SVP zwei Frauen ins Rennen: die Unternehmerin Susanne Gfeller aus Hettenschwil und die Klingnauer Fachfrau Betreuung Kind, Tanja Landös. Die drei Bisherigen führen die Liste der wählerstärksten Partei an: Bezirkspräsident Hansjörg Erne aus Hettenschwil, der für Nationalrat Hansjörg Knecht nachrückte, der Böttsteiner Ammann Patrick Gosteli und der Döttinger Manuel Tinner.

CVP schickt nur eine Frau ins Rennen

Mehr Frauen auf ihrer Liste hätte sich die CVP gewünscht: Monika Baumgartner, bis 2017 Vizeammann in Tegerfelden, ist die einzige Zurzibieterin, die für die Partei antritt. Die beiden Bisherigen, Bezirkspräsident Andreas Meier aus Klingnau und der Gippinger René Huber, wollen ihre beiden Sitze verteidigen. Der Direktor des Spitals Leuggern erzielte bei den Wahlen 2016 mit 3465 Stimmen das beste Resultat im Bezirk.

Die Ökoparteien waren bei den Nationalratswahlen die grossen Sieger. Auch im Aargau, wo die Grünen um 4,3 Prozent und die GLP um 3,3 Prozent zulegten. Die Grünen treten mit vier Frauen an, das bekannteste Gesicht ist aber ein Mann: Hanspeter Meier aus Full-Reuenthal, auch bekannt als Biomeier. Er führt die Liste an, gefolgt von der neuen Tegerfelder Gemeinderätin Isabelle Schmid. Vor vier Jahren verpasste die Partei die Wahlhürde von 5 Prozent um 0,2 Prozent nur ganz knapp.

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