Lengnau

Spar schliesst – bald hat das Dorf nur noch einen Laden

Der Spar in Lengnau.

Der Spar in Lengnau.

Der «Spar» schliesst Ende September. Die Suche nach einem Nachfolger blieb erfolglos – zumindest vorerst.

Fast 20 Jahre lang hat Valentin Keller den Spar in Lengnau geführt. Ende September schliesst der Laden. Die Suche nach einem Nachfolger blieb erfolglos. Dafür gebe es verschiedene Gründe, sagt Keller. «Der Konkurrenzkampf unter den Detailhändlern ist gross. Zudem spüren die Läden den Einkaufstourismus.» Auch er stellte fest, dass der Umsatz in seinem Laden in den letzten Jahren rückläufig war. «Hinzu kommt, dass das Ladenlokal an der Zürichstrasse relativ klein und nicht mehr auf dem neuesten Stand ist», sagt Keller. «Für das Dorf ist es schade, dass es mit dem Volg nur noch einen Laden bei so vielen Einwohnern hat.»

Auch bei der Gemeinde bedauert man die Schliessung des Ladens. Gemeindeschreiber Anselm Rohner sagt: «Der Gemeinderat hat sich für eine Nachfolge stark eingesetzt und mit mehreren Detaillisten Gespräche geführt.» Doch leider habe man keine Lösung finden können. «Wir müssen am Ball bleiben, damit das Dorf lebendig bleibt», sagt Rohner weiter.

Deshalb hoffe die Gemeinde, dass die Stimmbürger am Sonntag wie schon an der Gemeindeversammlung Ja zum Planungskredit für das Testplanverfahren sagen. Denn dies sei die Grundlage, um das Zentrum und den Dorfplatz weiterzuentwickeln – und somit auch die Basis, um neue Ladenlokale erschliessen zu können. So hätte der Volg beispielsweise die Möglichkeit, noch mehr an die Front zu wechseln. Oder ein zweiter Detailhändler könnte in ein grösseres Ladenlokal einziehen.

Endinger Denner übernommen

Noch knapp eine Woche ist der Spar in Lengnau offen. Da der Laden anschliessend komplett geräumt wird, sind die Preise auf das gesamte Sortiment ab nächstem Dienstag um 30 Prozent reduziert. Dass Valentin Keller den Lengnauer Laden aufgibt, hat einen bestimmten Grund: Er übernahm im Mai den geschichtsträchtigen Denner in Endingen von seinem älteren Bruder Daniel Keller. «Das ist eine Herzensangelegenheit. Unsere Familientradition muss weitergehen», sagte er vergangenen April. Dass jemand ausserhalb der Familie das Geschäft übernehme, komme für ihn nicht infrage. Denn sein Vater war es, der den geschichtsträchtigen Laden 1977 eröffnete. Dessen Cousin zweiten Grades und Denner-Gründer Karl Schweri wollte dem Ladensterben in ländlichen Gebieten entgegenhalten. Das Konzept des Satelliten schlug ein: Der Laden machte am ersten Tag so viel Umsatz wie der «Usego» innerhalb einer Woche, den Kellers Vater vorher 20 Jahre lang geführt hatte. Dies legte den Grundstein für die 40-jährige Erfolgsgeschichte der Denner-Satelliten.

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