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«Unterschiedliche Auffassungen in Bezug auf die Führung»: Chef des Kernkraftwerks Beznau muss gehen

Michael Dost leitete das Kernkraftwerk Beznau seit 2016.

Michael Dost leitete das Kernkraftwerk Beznau seit 2016.

Die Axpo trennt sich von Michael «Mike» Dost, der das Kernkraftwerk Beznau seit 2016 leitete. Die Meinungsverschiedenheiten hätten nichts mit der Sicherheit zu tun, so der Energiekonzern.

(pz/wap) Nach vier Jahren kommt es beim Kernkraftwerk Beznau zu einem Führungswechsel. Die Axpo trennt sich von Leiter Michael «Mike» Dost. Ab dem 1. September übernimmt der bisherige Vize Roland Schmidiger interimistisch die Leitung des Kernkraftwerks Beznau (KKB) in Döttingen. Dies gab der Energiekonzern Axpo am Freitag bekannt. Die Aufsichtsbehörde ENSI sei informiert.

Grund für den Führungswechsel sind Meinungsverschiedenheiten. Sie betreffen gemäss Mitteilung die künftige Führung der Anlage und die Zusammenarbeit mit anderen Konzerngesellschaften, nicht aber die Sicherheit. «Unter der Führung von Michael Dost hat das KKB jederzeit alle Sicherheitsanforderungen erfüllt», hält die Axpo fest. 

Grosse Verdienste

Michael Dost trat 2011 beim KKB als Leiter Elektrotechnik ein. 2015 übernahm er die Stellvertretung des Kraftwerksleiters und ein Jahr später dessen Nachfolge. "In Dosts KKB-Zeit fielen mit dem Einbau neuer Druckbehälter-Deckel, der Installation von neuen Notstandssystemen und eines neuen Anlage-Informationssystems nicht nur die Realisierung grosser baulicher Vorhaben", schreibt die Axpo. "Auch die Atom-Ausstiegsinitiative 2016 sowie das Wiederanfahren 2018 nach langem Stillstand aufgrund von Aluminium-Einschlüssen im Druckbehälter des Reaktors 1 waren prägende Ereignisse für KKB und Axpo."

Willi Kohlpaintner, Leiter der Division Kernenergie der Axpo, sagt: «Mike hat sich grosse Verdienste um die Beznau und den sehr zuverlässigen Betrieb der Anlage erworben. Gerade der Nachweis der Sicherheit des Reaktorbehälters in Block 1 wäre ohne sein Wissen, seine Umsicht und Hartnäckigkeit wohl nicht so möglich gewesen.» Mit der Produktion einer Replika seien eine umfassende Analyse der Aluminiumoxid-Einschlüsse und ein weltweit erstmaliger, von internationalen Experten anerkannter Sicherheitsnachweis ermöglicht worden. 

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