Der 6. Dezember war für ein grosses Handballfest reserviert. Das entnimmt man zumindest dem offiziellen Spielplan der Nationalliga B. Der TV Endingen hätte am Samichlaustag den STV Baden zum Derby der Kantonsrivalen empfangen sollen. Und das nicht irgendwo, sondern im Hallensportzentrum GoEasy in Siggenthal Station. Es wäre das erste Spiel im 12-Millionen-Bau gewesen, dessen Spatenstich Ende Juni erfolgt war.

Diese mit viel Vorfreude erwartete Premiere muss nun verschoben werden, wie Christian Villiger, Geschäftsführer des TV Endingen und Verwaltungsrats-Vizepräsident der GoEasy Freizeit & Event AG, bestätigt. Grund sind bauliche Änderungen an der Zuschauer-Tribüne. «Die obere Hälfte war ursprünglich als mobiler Teil geplant. Dieser mobile Teil muss nun einer fixen Tribüne weichen», sagt Villiger. Denn unter der Tribüne sollen Cateringboxen entstehen, in denen sich die Zuschauer verpflegen können. Die Idee für diesen Mehrwert kam Villiger am Final-Turnier der Handball-Champions-League.

Noch beim Spatenstich wurde kommuniziert, dass die beiden Dreifachturnhallen mit Platz für 2000 Zuschauer spätestens im Januar 2016 bespielbar seien. «Es war vielleicht ein bisschen gar optimistisch von uns, das erste Spiel auf den 6. Dezember anzusetzen», sagt Villiger.

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Spatenstich am 20. Juni 2015 – Regierungsrat Alex Hürzeler: «Ich bin froh, dass sich hier Investoren gefunden haben.»

Das Derby gegen den STV Baden wird nun verschoben. Das entsprechende Gesuch ist vom Handball-Verband bereits gutgeheissen worden. Und es soll dabei bleiben: Das Aufeinandertreffen der Kantonsrivalen wird das erste Spiel im Hallensportzentrum GoEasy sein. Als neues Datum steht nun der 23. Januar 2016 im Raum.

«Wir haben jetzt 20 Jahre auf diese Halle gewartet, da machen ein paar Wochen mehr keinen grossen Unterschied», sagt Villiger. In der Tat: Das Hallenproblem plagt den traditionsreichen Spitzenklub schon lange. Alleine in der letzten Saison musste der TV Endingen seine Heimspiele in fünf verschiedenen Hallen austragen.

Endingens Trainer Michael Spuler nimmt die Verzögerung mehr oder weniger gelassen hin. In der Mannschaft, die mit zwei Auswärtssiegen in die NLB-Saison gestartet ist, sei die Verschiebung kein grosses Thema, sagt er und fügt an: «Wir wussten, dass der Termin auf wackligen Beinen steht.»

Spulers Vorfreude auf die neue Spielstätte ist ungebrochen. Der 46-Jährige ist ein Endinger Urgestein. «Schon als ich Junior war, hatte der TV Endingen nie eine eigene Halle. Dass es nun endlich klappt, ist für uns ein Riesenschritt.» Auch sportlich soll die erste Mannschaft davon profitieren. Erstmals in der Vereinsgeschichte trainiert und spielt die Mannschaft an ein- und demselben Ort – und das beständig. «Wir können die Halle und die Garderoben so einrichten, wie es uns passt», sagt Spuler, «wir können richtiggehend Heimatgefühle entwickeln.»

Heimatgefühle im GoEasy sollen neben den Handballern auch andere Sparten entwickeln. Die Anlage dient unter anderen als kantonales Sport- und Kurszentrum und als nationales Leistungszentrum für Handball und Behindertensport. Ausser den Endinger NLB-Handballern ist niemand von der Verzögerung betroffen. Das Sporthotel mit 60 Betten soll wie geplant im April 2016 eröffnen, das Fitnessstudio im September 2016.