Fisibach

Vier Pfoten statt zwei Räder: Aus dem Bike-Shop wird bald eine Hundepension

Bereit für die Übergabe: Joy Wenger (l.), Nevi Mijailovic und Ralf Kany mit den Hunden Sky, Elly, Peach und Sophie.

Bereit für die Übergabe: Joy Wenger (l.), Nevi Mijailovic und Ralf Kany mit den Hunden Sky, Elly, Peach und Sophie.

Eine Jungunternehmerin plant in Fisibach eine Hundepension. Bislang wurden dort Motorräder repariert und umgebaut. Der bisherige Besitzer will aber nun auswandern.

Ihre Gefühlswelten könnten kaum unterschiedlicher sein. Während Joy Wenger daran ist, an der Bleicheweg 114 in Fisibach ihre Geschäftsidee zu verwirklichen, baut Ralf Kany hier seine Zelte ab. Zusammen mit seiner Frau Alexandra verlässt der 55-Jährige die Schweiz. Seit 2005 betrieb er in Fisibach den Bike and Costum Corner, einen Laden, der Reparaturen, Umbauten und Reifendienste für Motorräder anbietet. «Gott sei Dank ist es vorbei», sagt Kany erleichtert. So wie sich die Klientel in den letzten Jahren verändert hat, entspräche das nicht mehr seiner Philosophie. «Nichts darf mehr kosten.»

Im August wandert das Ehepaar nun nach Spanien aus. Dort schlagen die Kanys nochmals ein neues Kapitel auf. Er wird Fahr- und Motorradrenntrainer auf einer Rennstrecke. Diesen Freitag und Samstag ertönt jetzt zum letzten Mal Motorengeheul. Kany verabschiedet sich mit einem Werkstatt-Flohmarkt von der Kundschaft.

Neue Besitzerin an der Liegenschaft direkt am Rhein wird Joy Wenger mit ihrer Geschäftspartnerin Nevi Mijailovic. Die 26-Jährige hat diese Woche ein Baugesuch für eine Hundetagesstätte, eine Pension für Vierbeiner, eingereicht. Sofern es keine Einsprachen gibt und das kantonale Veterinäramt anschliessend seinen Segen erteilt, will Wenger Ende September die Pension eröffnen.

Die Tiermedizinische Praxisassistentin und -ausgebildete Tierpflegerin und Hundebetreuerin verlegt dann ihren Firmensitz vom zürcherischen Rümlang nach Fisibach. Läuft alles nach Plan, entsteht eine Hundepension, in der bis zu 25 Vierbeiner täglich betreut werden können.

Jeder fünfzehnte Aargauer hat einen Hund

Mit ihrem Geschäftsmodell trifft Wenger offenbar den Zeitgeist: «Hunde-Kitas sind vergleichbar mit der externen Kinderbetreuung», sagt Wenger. Ihr Haus bietet den Service an, wenn Besitzer beispielsweise tagsüber arbeiten müssen. «Auch Berufstätige wollen heute nicht auf einen Hund verzichten», sagt Joy Wenger. Diese Nische füllt sie seit sechs Jahren erfolgreich aus. Viele der bisherigen Kunden wollen ihr die Vierbeiner auch am neuen Standort anvertrauen.

Nimmt man die Zahlen her, könnte das Angebot auch in Fisibach auf Interesse stossen. Im Aargau hat statistisch jede fünfzehnte Person einen Hund. Laut der Hundedatenbank Amicus waren per Ende Mai über 42'000 Hunde im Kanton registriert.

Wengers eigene Hunde sind bereits daran, sich in der neuen Umgebung einzugewöhnen. Sophie, Elly, Sky und Peach rennen beim morgendlichen Besuch am Dienstag aufgeregt über das Gelände, während Ralf Kany sich langsam daran macht, den Laden zu räumen.

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Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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