Klingnau

Vor zehn Jahren: Der «Rebstock»-Grossbrand wütet im Städtchen – und sorgt für dramatische Szenen

Die Brandkatastrophe vom 24. April 2010 mit Feuer und Rauchsäule über dem historischen Städtchen ist vielen Menschen in Klingnau und den umliegenden Gemeinden noch in Erinnerung. Die Ursache konnte nie geklärt werden. Ein Rückblick.

Es dauerte nur wenige Minuten: Kaum war der Brand in der «Rebstock»-Liegenschaft im Städtchen ausgebrochen, schon quoll dicker schwarzer Rauch gen Himmel. Wenig später erreichte das Feuer den Dachstock, unüberhörbar das Knistern. Flammen züngelten in die Höhe. Passanten starrten auf die Liegenschaft. Ungläubig, staunend. Hörten laute Rufe der ersten Feuerwehrkräfte, die Schläuche um die Liegenschaft trugen. Die Wirtin des Restaurants im Erdgeschoss, hatte erst an diesem, wegen des ab 1. Mai geltenden Rauchverbots, in der Gartenwirtschaft ein Zelt für die Raucher aufzustellen. 

Der Grossbrand und die Löscharbeiten wurden zu einem Spektakel, das hunderte Menschen anzog. Nach dem Alarm um 14.56 Uhr dauerte es mehrere Stunden, bis die Feuerwehren den Brand gelöscht und grösseren Schaden verhindert hatten. Der Rebstock (Schattengasse 31) brannte vollständig aus.

«Rebstock»-Grossbrand im Klingnauer Städtchen – so berichtete TeleM1

«Rebstock»-Grossbrand im Klingnauer Städtchen – so berichtete TeleM1

(24. April 2010)

Massiv waren auch die Brand- respektive Wasserschäden in den zwei Liegenschaften an der Schattengasse 29 und 27. Dies sorgte auch im Club Mistero im Gewölbekeller für grossen Schaden. Abends stand das Wasser auf der Tanzfläche 25 Zentimeter hoch. Auf insgesamt drei Millionen Franken wurde der Schaden beziffert. Ein Experte der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) sprach von einem «mustergültigen Feuerwehreinsatz». 

Das Feuer hat sich durch den Dachstock des "Rebstock" (rotes Gebäude) gefressen.

Das Feuer hat sich durch den Dachstock des "Rebstock" (rotes Gebäude) gefressen.

Mehrere Personen aus der Liegenschaft gerettet

In den ersten Minuten nach dem Brandausbruch kam es zu dramatischen Szenen: Ein Mann im zweiten Stock hatte Glück. Feuer und Rauch versperrten ihm jeden Fluchtweg. Als er am Fenster auftauchte, bargen ihn Feuerwehrleute mit einer Leiter. Andere brachten eine schwangere Frau und einen Mann – auch sie erst mit weit aufgerissenen Augen an einem Fenster zu sehen – durch die mit Rauch gefüllte Treppe aus der Liegenschaft.

Die Schwangere erlitt einen Schock. Sie wurde wie zwei weitere Personen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht, ein Feuerwehrmann wurde verletzt. 35 Personen mussten evakuiert werden. 180 Feuerwehrmänner mit 19 Feuerwehrfahrzeugen standen im Einsatz. 

Die Rückseite der "Rebstock"-Liegenschaft (rot), auch das angrenze Stadthaus wird durch das Feuer stark beschädigt.

Die Rückseite der "Rebstock"-Liegenschaft (rot), auch das angrenze Stadthaus wird durch das Feuer stark beschädigt.

Bald stand fest, dass der Brand in einer Wohnung im zweiten Obergeschoss ausgebrochen war. Doch die genaue Ursache blieb unklar. Zwei Jahre nach dem Brand stellte die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren ein. Sie verwies auf zwei Gutachten, die keine Klärung gebracht hatten. «Es konnte keine fahrlässige Handlung oder technische Ursache eindeutig festgestellt werden», sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. 

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