Atomkraftwerk

Wegen der Hitze: AKW Beznau drosselt seine Leistung auf 50 Prozent

Das AKW Beznau darf Kühlwasser künftig nur noch in die Aare leiten, wenn deren Temperatur unter 25 Grad liegt. (Archivbild)

Das AKW Beznau darf Kühlwasser künftig nur noch in die Aare leiten, wenn deren Temperatur unter 25 Grad liegt. (Archivbild)

Das Atomkraftwerk darf kein Kühlwasser in der Aare einleiten, wenn dessen Temperatur 25 Grad Celsius überschreitet. Seit einigen Tagen ist die Wassertemperatur des Flusses auf 24 gestiegen.

Das AKW Beznau, dessen Kühlwasser in die Aare fliesst, hat vorgestern seine Leistung vorsorglich leicht gesenkt. Mit dem Ziel, dass die Aaretemperatur (die bei 24 Grad lag) beim Kraftwerk 25 Grad nicht überschreitet.

Dieser Wert war laut Axpo-Sprecher Noel Graber (das AKW gehört der Axpo) auch gestern am frühen Abend noch nicht überschritten.

Doch die Kraftwerksleitung reduzierte die Leistung des AKW auf 50 Prozent. Axpo beobachte die Lage laufend. Man regle «die Leistung des Kernkraftwerks Beznau im Tagesverlauf abhängig von der aktuellen Temperatur der Aare, sodass die vom Bundesamt für Energie (BFE) gemachten Vorgaben jederzeit eingehalten werden», sagt Graber dazu.

Bundesamt für Energie hat die Massnahme entschieden

Hintergrund der Massnahme ist, dass das Kraftwerk sein Kühlwasser nur noch in die Aare einleiten darf, wenn deren Temperatur 25 Grad nicht überschreitet. Ansonsten muss es seine Leistung drosseln oder ganz herunterfahren. Dies hat das Bundesamt für Energie verfügt (BFE) anfangs Juli mit einer Zwischenverfügung festgelegt.

Für die Zukunft will das BFE prüfen, ob die Bewilligung für die Einleitung von Kühlwasser für die AKW Beznau I und II angepasst oder neu erteilt werden muss. Die heute für Beznau geltende Einleitungsbewilligung stützt sich auf eine Verordnung von 1975. Mit der Axpo sind die Bundesbehörden seit Jahresfrist im Gespräch über die Einleitungsbewilligung. Bisher konnte keine Einigung erzielt werden.

Die Axpo argumentiert, sie habe im Vertrauen auf die unbefristet gültige Einleitbewilligung namhafte Investitionen in die Anlage getätigt. Ausserdem habe sie im Hitzesommer 2018 freiwillig Massnahmen ergriffen, und damals das Kraftwerk auf rund 65 Prozent der Leistung gedrosselt. Eine Beeinträchtigung der Aare unterhalb des Kraftwerks habe nicht festgestellt werden können, schrieb die Axpo nach Bekanntwerden der Zwischenverfügung des BFE.

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