Leibstadt

Wegen Fäkalien und Abfall: Dem Sandstrand droht die Schliessung

Der Sandstrand in Leibstadt lockt im Sommer Badegäste an. Doch so idyllisch wie auf dem Bild ist es zurzeit nicht.

Der Sandstrand in Leibstadt lockt im Sommer Badegäste an. Doch so idyllisch wie auf dem Bild ist es zurzeit nicht.

Badegäste am idyllischen Strand am Rhein sorgen für Unmut. Die Gemeinde ruft sie erneut auf, sich an die Regeln zu halten. Die Natur leide unter dem Abfall am Strand. Die Anwohner hätten ein Recht auf ihre Nachtruhe.

Die heissen Temperaturen locken Badegäste ins kühle Nass. Die einen zieht es in die Badis in der Region, die anderen an den Rhein. Insbesondere zu Zeiten von Corona sind die heimischen Ausflugsziele besonders beliebt. So beispielsweise der idyllische Sandstrand in Leibstadt mit Blick auf die Nachtigall-Insel oberhalb des Stauwehrs. Doch nun droht die Sperrung des Strands − wegen Abfallsündern.

«Wir haben schon alles Mögliche gefunden», sagt Ammann Hanspeter Erne. «Eingegrabene Flaschen, Socken, Hygieneartikel, Grillzangen oder richtige Grills.» Dabei würden an zwei Orten Abfallsysteme stehen, bei denen sogar nach Alu, Glas und normalem Abfall getrennt werden kann. Trotzdem hat das Bauamt an einem Wochenende schon 1500 Liter Abfall zusammengelesen. «Das sind zwei volle Abfallcontainer», so Erne.

Bis zu 400 Personen am 200 Meter langen Strand

Die Badenden würden zudem oftmals viel zu laut Musik hören oder ihre Notdurft auf privatem Grund verrichten. «Der Nachtigallstrand ist keine Strandbadi. Es hat deshalb auch keine WCs», sagt Erne. Ein Toitoi aufzustellen, sei zu teuer und die Gefahr von Vandalismus zu gross.

Hinzu komme, dass die wegen Corona geforderten Abstandsregeln auf dem rund 200 Meter langen Strand teilweise kaum eingehalten würden. «Am vergangenen Wochenende hielten sich bis zu 400 Personen pro Tag am Strand auf», so Erne. Überall werde parkiert. Die Situation erinnere an den Hallwilersee. Viele kämen auch aus Deutschland, wo die Badis wegen der Pandemie geschlossen seien. «Die Repol Zurzibiet wollte den Strand im Frühling schliessen», sagt er. «Aber irgendwo sollten die Menschen ja noch hingehen können.» Nun sei die Lage jedoch eskaliert.

Deshalb hat die Gemeinde am Strand, auf der Website und der eigenen Facebookseite vergangene Woche nochmals auf die Regeln aufmerksam gemacht: Lärmbelästigung vermeiden, Abfall wieder mitnehmen und Corona-Schutzmassnahmen beachten. Die Beseitigung von Fäkalien und überall verstreuter Hygieneartikeln sei ekelhaft, die tägliche Komplettreinigung und Müllentsorgung nicht mehr finanzierbar. Die Natur leide unter dem Abfall und die Anwohner hätten ein Recht auf ihre Nachtruhe.

Der Aufruf hat bereits Wirkung gezeigt. «Es hat sich massiv gebessert. Aber es ist noch nicht genug.» Halten die Besucher die Regeln nicht ein, macht der Gemeinderat seine Drohung wahr − und sperrt den Strand.

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