Niederweningen

Weil Bucher-Guyer sein Areal sperrt, kommt man nur via Umweg in den Wald

Bucher-Guyer in Niederweningen sperrt das Areal nach dem weissen Gebäude für Private – und somit den Waldzugang.

Bucher-Guyer in Niederweningen sperrt das Areal nach dem weissen Gebäude für Private – und somit den Waldzugang.

Der Maschinenbauer aus Niederweningen sperrt aus Sicherheitsgründen sein Areal – und damit auch den direkten Wald-Zugang für Fussgänger.

Velofahrer, Spaziergänger, Hündeler und Pferdekutschen: Sie alle nutzen in Niederweningen die direkte Wegverbindung über das Werksareal und den privaten Waldweg der Bucher-Guyer AG, um zur Surb und zum kleinen Waldstück in Richtung Ehrendingen zu gelangen. Doch damit ist bald Schluss: Der weltweit tätige Maschinen- und Fahrzeugbauer schliesst den Zugang ab Januar 2020 aus Sicherheitsgründen.

Ab neuem Jahr können nur noch Fussgänger durch den Wald – und müssen dafür einen Umweg von über einem halben Kilometer in Kauf nehmen. Denn vom Kreisel auf der Hauptstrasse her kommend darf man nicht mehr beim Restaurant Pub i de Mühli rechts über das Areal der Bucher-Guyer AG abbiegen.

Der Weg führt neu hangaufwärts über die Murzlenstrasse via Märzenbrunnen und Haselstrasse in den Wald. Da es sich bei diesem Waldweg um einen unbefestigten und keinen offiziellen Wanderweg handelt, dürfen weder Velofahrer, Reiter noch Kutscher diese Alternative nützen.

Sie haben zwei Möglichkeiten: Anstelle des unbefestigten Weges in den Wald hinein folgen sie dem Feldweg dem Waldrand entlang; oder aber, sie nutzen den Weg auf der anderen Seite des Waldes und der Surb. Dazu müssen sie dem Veloweg parallel zur Hauptstrasse in Richtung Ehrendingen bis zum Dorfausgang folgen, links abbiegen und dem Waldrand entlang folgen. Ein Umweg von fast einem Kilometer.

Absichten stossen bei der Gemeinde auf Verständnis

Die Bucher-Guyer AG begründet die Schliessung mit dem zunehmenden Gefahrenrisiko für die Nutzer wie Fussgänger oder Velofahrer sowie dem Sicherheitserfordernis des Unternehmens auf dem Werksgelände. «Der Werks- und Anlieferverkehr auf dem gesamten Bucher-Areal hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen», sagt Thomas Jahn, Leiter Immobilien.

Als neue Gefahrenquelle sei seit diesem Jahr der gesamte Anliefer- und Abladebereich für die neue Holzschnitzelheizung der zentralen Fernwärmeanlage hinzugekommen. «Zudem befinden sich sämtliche Wege und Zufahrten auf privatem Grund der Bucher-Guyer AG und besitzen daher bei weitem nicht die Sicherheitsstandards öffentlicher Velo- und Fussgängerwege», sagt Jahn.

«Es bestehen Fahr- und Gehweghindernisse, die Beleuchtung ist nicht für öffentliche Wege ausgelegt. Das Unfallrisiko für alle Passanten ist zu hoch.» Ab Januar mache die Bucher-Guyer AG die Sperrung der Wegeverbindung in Richtung Ehrendingen mit Absperrungen und Signalisation in beiden Richtungen sichtbar.

Auf der Gemeinde stossen die Absichten von Bucher-Guyer auf Verständnis. Der Gemeinderat könne die Argumente nachvollziehen, heisst es in einem Mitteilungsblatt der Wehntaler Gemeinden. Der Weg sei privat und auch dementsprechend am Boden gekennzeichnet, sagt Gemeindeschreiberin Chantal Nitschké. «Ein Nutzungsrecht seitens Gemeinde besteht nicht.»

Da es sich bei der betroffenen Wegverbindung aber um einen kurzen und schnellen Zugang zum Naherholungsgebiet handle, habe die Gemeinde zusammen mit der Bucher-Guyer AG verschiedene Alternativen geprüft. «Bucher-Guyer hätte auch Land zur Verfügung gestellt.» «Aber einen neuen Weg zu erstellen, das wäre nicht realistisch gewesen, das wäre viel zu teuer.»

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