Leibstadt

Wider dem Beizentourismus: Das Traditionslokal Warteck lockt jetzt mit Pizza und Pasta

(Archiv)

Regierungsrat Urs Hofmann (2.v.l.) mit der Bevölkerung am Stammtisch im «Warteck».

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Das Gasthaus Warteck in Leibstadt hat eine neue Pächterin, das freut neben dem Besitzer auch den Gemeindeammann.

Das Gasthaus Warteck in Leibstadt gilt weitherum als Traditionsbeiz. Angeregte Stammtischgespräche prägten viele Jahre das Bild. Auch Regierungsrat Urs Hofmann war schon im Warteck-Säli zu Gast.

«Kein Anzug, keine Krawatte, keine Aktenmappe – nur offene Ohren für die Anliegen der Bevölkerung aus dem Zurzibiet und ein Feierabendbierchen auf dem Tisch», schrieb die AZ im Sommer 2011. Hofmann war nach Leibstadt gekommen, um sich mit der Bevölkerung von Angesicht zu Angesicht auszutauschen und deren Anliegen entgegenzunehmen.

Viele Wechsel nach der Ära Vögele

Hofmanns Besuch wie auch der Höhepunkt der Stammtischkultur liegen einige Jahre zurück. Lange Zeit prägte Besitzer Peter Vögele das Gasthaus. Von 1977 bis 2012 war er der Wirt und folgte damit auf seine Eltern und Grosseltern.

Nach Vögeles Pensionierung gab es verschiedene Wechsel. Zuletzt musste Felix Deck nach nur eineinhalb Jahren aus gesundheitlichen Gründen den Betrieb einstellen. Nun hat Besitzer Vögele eine neue Pächterin gefunden. Vinka Lo Pumo aus Stein hat das Gasthaus als Geschäftsführerin übernommen. Neu ist auch der Name – zumindest Teile davon: «Warteck – Pizzeria Italia». Das Restaurant hat bereits geöffnet. Die offizielle Eröffnungsfeier soll am 31. August stattfinden.

«Eine Traditionsbeiz wie das Warteck ist wichtig für unser Dorf», freut sich Gemeindeammann Hanspeter Erne. Er hat das wiedereröffnete Lokal bereits getestet und sagt: «Man isst gut dort.»

Erne hofft, dass nach den vielen Wechseln nun Ruhe und Beständigkeit einkehren. Nach der Ära Vögele ist Lo Pumo die fünfte Pächterin. «Der grosse Saal ist wichtig für unsere Vereine und für Familienanlässe», sagt Erne. Immerhin habe Leibstadt noch drei Restaurants. Neben dem Warteck das Landgasthaus Schützen und das Rock Cafe Adler.

Neben Einkaufs- gibt es auch Beizentourismus

«Aber die Situation ist schwierig für die Wirte», sagt der Ammann, «viele Leute gehen lieber über die Grenze nach Deutschland zum Essen.» Das Zurzibiet leide nicht nur unter dem Einkaufstourismus, auch der Beizentourismus sei ein Faktor.

Das Warteck unter neuer Führung setzt auf Pizza, Pasta und Fleischgerichte. Auch Schweizer Küche werde geboten, sagt die 47-jährige Vinka Lo Pumo. Täglich sind jeweils drei Menüs zu moderaten Preisen im Angebot.

So sieht es heute im neuen «Warteck – Pizzeria Italia» aus.

So sieht es heute im neuen «Warteck – Pizzeria Italia» aus.

Das Restaurant wurde neu gestrichen. Es bietet einen Nichtraucher- und einen Rauchersaal für jeweils 40 Personen. Auch der grosszügige Gartenbereich hat geöffnet. Der grosse Saal, in dem 160 Personen Platz finden, wird gerade frisch gestrichen und renoviert. Drei bis vier Angestellte kümmern sich um das Wohl der Gäste. Das Restaurant hat täglich ausser mittwochs geöffnet.

Mit Besitzer Peter Vögele sei man sich schnell einig geworden, sagt Lo Pumo. Und Vögele ist froh, dass es im Warteck weitergeht. «Es ist heutzutage nicht einfach, jemanden zu finden», sagt der 72-Jährige, «dieser Job braucht viel Herzblut.»

Aargauer Gastro-News 2019

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