Bad Zurzach

«Wir möchten Klarheit haben»: Firma durchleuchtet Tagesstrukturen «Cheschtenebaum»

«Wir möchten  wissen, was gut  und was weniger läuft sowie was  wir in Zukunft  verändern müssen.», sagt Peter Lude Vizeammann (parteilos)

«Wir möchten wissen, was gut und was weniger läuft sowie was wir in Zukunft verändern müssen.», sagt Peter Lude Vizeammann (parteilos)

Nach einer Kündigungswelle nimmt der Experte für Kinderbetreuung Bad Zurzacher Tagesstrukturen unter die Luppe. Die Stellen sind alle wieder besetzt.

Im Sommer ist es in den Bad Zurzacher Tagesstrukturen «Cheschtenebaum» zu einer Kündigungswelle gekommen. Neun Mitarbeiterinnen haben in den vergangenen drei Monaten die Tagesstrukturen mit Kindertagesstätte, Hort und Club für die Oberstufenschüler verlassen. Besorgte Eltern befürchteten, nebst strukturellen Veränderungen hätten Unstimmigkeiten insbesondere mit der neuen Betriebsleiterin die Mitarbeiterinnen zu diesem Schritt bewogen.

Vor fast zwei Monaten informierten die Verantwortlichen der Tagesstrukturen über die Situation und kündigten Veränderungen in den Abläufen an. An der Betriebsleitung hielten sie jedoch fest. Seit rund einem Monat analysiert nun das Kinderbetreuungsunternehmen Kidéal mit Hauptsitz in Urdorf im Limmattal den «Cheschtenebaum».

In Bad Zurzach analysieren zwei Experten von Kidéal den pädagogischen und den wirtschaftlichen Bereich des «Cheschtenebaums». «Wir möchten Klarheit haben», sagt Vizeammann Peter Lude, der als Gemeindevertreter Teil des Vereinsvorstands «Cheschtenebaums» ist. «Wir möchten wissen, was gut und was weniger läuft sowie was wir in Zukunft verändern müssen.» Die Tagesstrukturen hätten dazu alle Unterlagen schnell und umfassend Kidéal zur Verfügung gestellt. Ein erster Zwischenbericht zuhanden des Gemeinderates erwartet Peter Lude bis Ende Oktober.

Kidéal führt über 20 Kitas und Tagesstrukturen

Die Firma Kidéal bietet zahlreiche Dienstleistungen im Bereich Kinderbetreuung an, von Bedarfsabklärung über den Aufbau bis zur Führung von Tagesstrukturen und Kindertagesstätten sowie die Unterstützung bei Ausbau oder Optimierung des Betriebs oder in administrativen Belangen. An 22 Standorten in der Schweiz bietet das Unternehmen als Aktiengesellschaft organisierte Kindertagesstätten und Tagesstrukturen an.

Eltern begrüssen die Unterstützung durch Kidéal

Auch wenn sich manche Eltern weiterhin skeptisch zeigen, kommt die Zusammenarbeit mit Kidéal grundsätzlich gut an. Einige, die schon länger eine andere Betriebsstruktur wünschten, könnten sich vorstellen, dass das Kinderbetreuungsunternehmen die Führung der Tagesstrukturen übernimmt. «Ich wünsche mir schon länger eine andere Trägerschaft», sagt etwa eine Mutter. Dass sie auf das Mitspracherecht als Vereinsmitglied verzichten müsste, wie es im als Verein organisierten «Cheschtenebaum» der Fall ist, würde sie zu Gunsten einer anderen Organisationsform in Kauf nehmen.

«Jede Betriebsform hat ihre Vor- und Nachteile», sagt Peter Lude. Ob Kidéal künftig die Tagesstrukturen führen könnte, dazu will sich der Vizeammann nicht äussern. Der Gemeinderat wolle nun den Bericht abwarten, der ein erstes, möglichst umfassendes Bild abgeben soll.

Was aber bereits klar ist: Für alle vakanten Stellen sind die Verträge unterschrieben worden. «Ein Teil der neuen Mitarbeiterinnen ist bereits gestartet», sagt Peter Lude. Die letzten beiden werden im Januar beginnen. Alle seien Fachpersonen. Ausserdem würden die Eltern bald bereits bezahlte Beiträge zurückerhalten, ergänzt der Vizeammann. «Dem Gesuch zur Zurückerstattung von Elternbeiträgen im Rahmen der Covid-19-Massnahmen seitens des Bundes und Kantons wurde vom Grossen Rat stattgegeben», sagt Peter Lude.

Betriebsleitung seit September im Dreierteam

Bereits im September entschieden Gemeindeammann Bernhard Scheuber, zugezogene Fach­personen und der Vorstand, dass die seit Monaten festgelegte, aber erst teilweise umgesetzte Organisationsstruktur beschleunigt realisiert werden soll. Dies, um die Betreuung der Kinder weiterhin fachgerecht gewährleisten zu können.

Mitgliederversammlung wurde angekündigt

Die Gesamtorganisation wird seither im Dreierteam mit der Betriebsleitung geführt, die beiden pädagogischen Bereichsleitungen sind neu vollumfänglich für die operative und personelle Führung der Kindertagesstätte beziehungsweise des Schülerhorts verantwortlich und betreuen nicht mehr gleichzeitig eine Kindergruppe. Beide Bereichsleitungen werden zu 80 Prozent angestellt. In der Kita wurde dies schon im September umgesetzt, im Schülerhort geschieht dies vor­aussichtlich Anfang 2021.

Auf nächsten Mittwoch, 4. November, ist eine Mitgliederversammlung angekündigt. In welcher Form diese aufgrund der aktuellen Pandemielage durchgeführt werden kann, ist noch offen.

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