Die Zersiedelungsinitiative ist mit 63,7 Prozent Nein-Anteil deutlich gescheitert. Im Aargau fiel die Ablehnung gar noch einiges deutlicher aus: Nur gerade 34 Prozent stimmten dem Begehren der Jungen Grünen zu. Auf Bezirksebene steht am Ende der Tabelle Zurzach, wo die Initiative nicht einmal die 30-Prozent-Hürde nahm.

Ungewöhnlich: Ausgerechnet hier, wo es offenbar am meisten Gegner gibt, liegt auch die einzige Gemeinde, in der eine Mehrheit der Zersiedlungsinitiative zugestimmt hat. In Kaiserstuhl sagten knapp 55 Prozent Ja.

Für Kaiserstuhls Stadtpräsident Ruedi Weiss ist das Ergebnis wenig überraschend: Die Zurzibieter Gemeinde stimmt bei Vorlagen regelmässig urban. Aus gutem Grund: Der beschauliche Ort am Rhein ist bei Menschen aus städtischen Gebieten als neuen Lebensmittelpunkt sehr beliebt.

Darüber hinaus nahm die Zersiedelungsinitiative ein Thema auf, mit dem man in Kaiserstuhl bestens vertraut ist. «Wir sind es uns hier gewohnt, auf engen Raum zu leben.» Das Städtchen mit seinen etwas über 400 Einwohnern ist mit 32 Hektaren die flächenmässig kleinste Gemeinde der Schweiz. Verdichtet wohnen ist in der Gemeinde problemlos, man schätzt sogar die Nähe zum Nachbarn. Weiss ist es wichtig, mit dem vorhandenen Platz sorgsam umzugehen. In der Nachbargemeinde im zürcherischen Weiach sei in den letzten Jahren massiv gebaut worden. «Es zeigt sich hier, wie stark die Siedlungsentwicklung das Ortsbild beeinträchtigt.»

Auch im Bezirk Muri grosse Ablehnung

Mit Rümikon (44%) und Mellikon (41%) liegen zwei weiter Gemeinden aus den Top 10 in Zurzach. Aber eben auch Leibstadt, das mit einem Ja-Anteil von gerade Mal 20 Prozent die andere Seite der Tabelle anführt. Auch in Full-Reuenthal und Baldingen (beide knapp 24%) gab es nur wenig Zustimmung.

Ansonsten liegen die meisten Gemeinden, in denen die Jungen Grünen am deutlichsten scheiterten, im Freiamt. Genauer: im Bezirk Muri. Mühlau, Abtwil, Sins, Besenbüren und Bettwil verzeichneten einen Nein-Anteil zwischen 77 und 79 Prozent.