Hobby-Astronomen

Zwei Aargauer beobachten die Sonnenfinsternis von besonderem Ort

Daniel Meier (59) und Hans Schmid (63).

Daniel Meier (59) und Hans Schmid (63).

Daniel Meier und Hans Schmid, Hobby-Astronomen aus Bad Zurzach, haben seit 1999 keine Sonnenfinsternis verpasst: Dieses Jahr steht ihnen ein besonderes Erlebnis bevor: Sie werden am Freitag die Sonnenfinsternis aus der Luft betrachten.

Eigentlich müssten Daniel Meier und Hans Schmid am Freitag auf Spitzbergen oder den Färöer-Inseln sein. Von dort lässt sich nicht nur eine partielle, sondern eine totale Sonnenfinsternis beobachten. Doch das Wetter im Norden ist unbeständig. Die Gefahr: Das Naturspektakel könnte sich hinter dichten Wolkendecken abspielen.

Wetterpech hatten die Hobby-Astronomen bereits 2012, als sie extra nach Australien flogen – und von der Sonnenfinsternis nichts sahen. «Eine riesige Enttäuschung», sagt Daniel Meier.

«Nicht schon wieder», dachten sich die beiden Zurzacher deshalb und buchten für dieses Jahr einen besonderen Flug, der sie in die Finsterniszone bringen wird. Sie beobachten das Naturschauspiel am Freitag über dem Nordatlantik aus der Luft.

Ist die Hälfte der Finsternis vorbei, wird aus dem Cockpit das Kommando des Piloten ertönen: «Sitzwechsel!» Denn die Fensterplätze sind auch in diesem Flugzeug beschränkt.

Das Wechseln der Sitze werde auf dem Hinflug geübt, sagt Daniel Meier. Einerseits müsse es schnell gehen, um möglichst wenig Zeit zu verlieren. Andererseits dürfe man sich dabei nicht auf den Vordersitz abstützen – die empfindlichen Stative könnten verrutschen und die Einstellungen durcheinanderbringen.

Die Beobachtung aus der Luft ist für Daniel Meier und Hans Schmid eine Premiere. Bisher reisten sie auf der Suche nach dem idealen Beobachtungsstandort durch die Welt: Türkei, Russland, China, Argentinien, Australien hiessen ihre Stationen.

Weisch no? Sonnenfinsternis 1999 in der Schweiz – sogar der Bundesrat setzte damals die Brille auf.

Weisch no? Sonnenfinsternis 1999 in der Schweiz – sogar der Bundesrat setzte damals die Brille auf.

Seit 1999 liessen sie nur eine totale Sonnenfinsternis aus – 2002 in Mosambik. Zwar reisten die Zurzacher in das südostafrikanische Land, um zu rekognoszieren. Doch kaum angekommen, wurden sie Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls. GPS, Fotokameras, Geld – alles weg.

Das sei ihnen in die Knochen gefahren, sagt Meier. Auf die geplante Beobachtung verzichteten sie daraufhin.

Für die weiten und teuren Reisen werden die Hobby-Astronomen mit eindrücklichen Bildern entschädigt. Besonders in Erinnerung geblieben ist Daniel Meier die Sonnenfinsternis, die sie 2010 im argentinischen Patagonien erlebten.

Erzählt er von diesem «absoluten Highlight», gerät er ins Schwärmen: «Kurz vor Sonnenuntergang war es so weit. Der Himmel rötlich gefärbt. Zusammen mit dem Schnee entstand ein Farbenspiel, wie ich es noch nie gesehen habe.»

Dieses Jahr wäre das Phänomen auch im Aargau zu sehen. Doch zu Hause bleiben war für Meier und Schmid nie eine Option: Spannend ist für sie die totale Finsternis. Da kann eine partielle Verdunkelung, wie am Freitag nicht mithalten. (Mbü)

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