Klingnau

Zweiter Fussballplatz nimmt wichtige Hürde – höhere Wassergebühren im dritten Anlauf angenommen

Die Visualisierung zeigt die zurzeit favorisierte Variante für die Sportplätze. Start- und Landepiste für die Modellflieger fallen allerdings sicher weg (links oben).

Die Visualisierung zeigt die zurzeit favorisierte Variante für die Sportplätze. Start- und Landepiste für die Modellflieger fallen allerdings sicher weg (links oben).

Die Gemeindeversammlung hat den 110'000-Franken-Kredit für ein Vorprojekt zu Sportplätzen neben dem Schwimmbad angenommen.

Nach einer längeren Diskussion haben die 160 Teilnehmer der Klingnauer Gemeindeversammlung vom Donnerstag dem Projektierungskredit für einen zweiten Fussballplatz zugestimmt. Der Kredit liegt bei 110'000 Franken. Auch für andere Vereine sind Plätze vorgesehen. So soll der Reitverein einen Sandplatz erhalten. Vorgesehen sind auch Plätze für Hündeler und Bogenschützen. Die Gmeind stimmte dagegen einem Antrag zu, dass Startplätze für Modellflugzeuge aus dem Projekt verbannt werden, wegen der Nähe zum Schwimmbad. 

Wie schon beim Fussballplatzprojekt auf der Zirkuswiese, das im Juni 2010 an der Urne versenkt worden war, wurde an der Gmeind wieder Widerstand von Anwohnern laut. Es blieb allerdings bei einem Votum. Aufs Tapet brachte ein anderer Stimmbürger das regionale Fussballplatzprojekt in Burlen (Gemeinde Böttstein), an dem Döttingen, Klingnau und Böttstein beteiligt waren, das aber 2017 sistiert wurde.

Der Bürger stellte die Frage in den Raum, ob dieses Projekt nicht besser neu geprüft werden sollte. Zumal gemäss seinen Erkundigungen Klingnau damals aus finanziellen Gründen ausgestiegen sei und das aktuelle Projekt vergleichsweise teuer erscheine. Böttstein hätte das Land zur Verfügung gestellt, Klingnau und Döttingen hätten sich die restlichen Kosten teilen sollen. 

Naturschützern sind Fussballplätze ein Dorn im Auge

Dass Klingnau ausstieg, sei zwar korrekt, antwortete Stadtammann Reinhard Scherrer. Als nächster Schritt hätte aber ein Schreiben des Kanton umfangreich beantwortet werden müssen. An die mögliche Realisation des Projekts in der Burlen zweifelt der Stadtrat Stand heute stark, weil das Areal dort zumindest teilweise im Naturschutzgebiet liegt.

In der Diskussion fiel auch der Name des Aargauer Pro-Natura-Präsidenten Johannes Jenny, dessen Ziel es sei, dass die Plätze von FC Klingnau, FC Döttingen und Energie Beznau aus Naturschutzgründen verschwinden. Der Klingnauer Fussballplatz befindet sich im Gebiet des Stauseeschutzdekrets, hat dort aber eine Bestandesgarantie. Er wurde vor 71 Jahren erstellt. 

Vormaliges Projekt wird diskutiert

Ein von jenem Bürger vorgebrachter Betrag von 6 Millionen für 4 Plätze, die im Verhältnis zum Klingnauer Endprojekt günstig erschienen, korrigierte FC-Klingnau-Präsident Roger Meier. Dies sei damals eine grobe Schätzung der Vereine gewesen und darin sei ein Clubhaus mit Garderoben noch nicht inbegriffen gewesen.

Für das aktuelle Klingnauer Projekt steht eine grobe Schätzung von 3 bis 3,5 Millionen Franken im Raum, bei einem Fussballplatz, noch ohne Clubhaus. Es könnte in der Zukunft um weitere Fussballplätze, womöglich zu einer regionalen Anlage erweitert werden. Klar ist aber, dass nun ein stattlicher Teil aus dem Swisslos-Fonds finanziert werden kann und dass die Vereine Eigenleistungen erbringen werden. Die genauen Kosten soll das definitive Projekt aufzeigen. 

Im Corona-Regime mit Abstand von Sitzplatz zu Sitzplatz: Die Klingnauer Gemeindeversammlung in der Dreifachturnalle Schützenmatt.

Im Corona-Regime mit Abstand von Sitzplatz zu Sitzplatz: Die Klingnauer Gemeindeversammlung in der Dreifachturnalle Schützenmatt.

Wassergebühren werden leicht erhöht

Zweimal hatte die Klingnauer Stimmbevölkerung an früheren Gemeindeversammlungen die Erhöhung der Wassergebühren abgelehnt. Am Donnerstag haben sie der nochmals geänderten Vorlage im dritten Anlauf zugestimmt.

Die Wassergebühren werden leicht erhöht. Die Grundgebühr pro Wasseranschluss wird zwar von 150 auf 250 Franken erhöht. Dafür sind darin die ersten 50 Kubikmeter Wasserbezug inbegriffen, was bei einem unveränderten Preis von 1.60 Franken pro Kubikmeter 80 Franken entspricht. Der Stadtrat hat sich in seiner Vorlage auch an der Stellungnahme des Preisüberwachers orientiert. Dieser schlug allerdings vor, von einer Erhöhung abzusehen. Gemäss Stadtrat soll die Wasserkasse in zehn Jahren wieder ausgeglichen sein.

Die Gebührenerhöhung fällt für Einfamilienhaus-Bewohnern geringer aus als bei Mehrfamilienhäusern. Dies war zuletzt als ungerecht kritisiert worden. Einem Votanten war dies an der Gmeind immer noch nicht genug. Zwei andere Votanten bemängelten die in ihren Augen massive Erhöhung für Mehrfamilienhausbewohner. Die Gemeindeversammlung stimmte dem Vorschlag allerdings mit grossem Mehr zu.

Zusätzliche Stellen zurückgewiesen

Auf Antrag der Klingnauer FDP wurde die geplante Pensenerhöhung für die Gemeindeverwaltung zurückgestellt. Die Partei will erst wissen, ob der SeReal-Standort in Klingnau erhalten bleibt. Vorgesehen waren insgesamt 210 Stellenprozente. Laut Stadtammann Reinhard Scherrer würden die neuen Stellen die Rechnung aber wenig mehr belasten. Aktuell ist zusätzliches Personal für zirka 180 Stellenprozente im Stundenlohn angestellt.

Zu reden gab die Kreditabrechnung für die Jahrhundertsanierung von Strasse, Beleuchtung und Werkleitungen im Städtchen von 2017. Diese fiel mit rund 4,2 Millionen Franken um rund 1,5 Millionen höher aus als budgetiert. Verantwortlich dafür sind eine Reihe von Gründen, so diverse zusätzliche Arbeiten. Auch sei der Baugrund schlechter gewesen als angenommen. Für die Entsorgung von Inertmaterial wie Asche-Überreste, ein Andenken vom grossen Städtlibrand von 1586, fielen etwa 238'000 Franken an.

Für diese überraschend massive Kreditüberschreitung musste sich der Stadtrat Kritik gefallen lassen. Die Versammlung stimmte der Abrechnung bei einigen wenigen Gegenstimmen trotzdem mit grossen Mehr zu. 

Diese Bilder zeigen Asche-Überreste, die bei der Städtlisanierung 2017 zum Vorschein kamen: 

Meistgesehen

Artboard 1