2. Liga inter
Jung und unerfahren zum dritten Ligaerhalt in Folge? Der FC Klingnau steht vor einer schwierigen Saison

Seit der Klub aus dem Zurzibiet in die 2. Liga inter aufgestiegen ist, hat er da noch keine ganze Saison am Stück gespielt. Zeit, zu beweisen, dass er den Ligaerhalt nicht geschenkt braucht. An Optimismus mangelt es jedenfalls nicht.

Alessandro Crippa
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Der FC Klingnau, hier mit Giuseppe Di Raimondo (rot-schwarzes Dress), hat erneut das Ziel Ligaerhalt ausgerufen.

Der FC Klingnau, hier mit Giuseppe Di Raimondo (rot-schwarzes Dress), hat erneut das Ziel Ligaerhalt ausgerufen.

Alessandro Crippa

Als der FC Klingnau im Jahr 2019 in die 2. Liga inter aufsteigt, scheint die Mannschaft nichts und niemanden bremsen zu können. Sie hat soeben Kölliken noch abgefangen und sich für eine geniale Rückrunde belohnt. Die Verantwortlichen sagen, dass man mit diesem Team ein Platz im Mittelfeld der Tabelle anpeile – und das als Aufsteiger. Durchaus ambitioniert.

Zwei Jahre später sind die Ambitionen nicht mehr dieselben und auch die Mannschaft hat wenig mit derjenigen zu tun, die damals den Aufstieg bewerkstelligt hat. Dass Klingnau aber nun schon die dritte Saison in der 2. Liga inter in Angriff nimmt, hat auch mit dem Coronavirus zu tun.

Als Unbekannte Überraschungssiege gelandet – aber auch heftige Niederlagen eingesteckt

Denn in der ersten Saison lief nichts so, wie es sollte. Die Mannschaft funktionierte doch nicht, die Arbeit des neuen Coaches Gianluca Pasanisi trug keine Früchte. Der letzte Platz in der Winterpause war die Folge. Pasanisi wurde geopfert und musste den Verein wieder verlassen. Domagoj Karadza übernahm, bestritt aber kein Spiel. Weil eben das Virus zuschlug. Die Meisterschaft wurde abgebrochen, Absteiger gab es keine. Glück für Klingnau.

Die Vereinsleitung beschliesst daraufhin, die Mannschaft umzubauen. Sie soll verjüngt und regionalisiert werden. Auch einen neuen Trainer braucht sie. Einen, der diese jungen Akteure kennt und an der Hand nimmt. Sportchef Samir Bajramovic, der viele Spieler aus seiner Zeit als Juniorentrainer kennt, übernimmt den Laden und geht mit einer unerfahrenen Truppe ins Rennen. Klingnau landet als grosse Unbekannte Überraschungssiege, kassiert aber auch schmerzliche Niederlagen. Zum Beispiel in Freienbach im Oktober: 0:9 gehen die Zurzibieter unter.

Samir Bajramovic hat den FC Klingnau vergangenes Jahr übernommen.

Samir Bajramovic hat den FC Klingnau vergangenes Jahr übernommen.

Alessandro Crippa

Das entspricht ganz und gar nicht der Devise des Trainers, der eine stabile Abwehr sehen will und sagt, die Viererkette sei sein Herzstück. Aber es soll seinen Spielern auch erlaubt sein, mal ins offene Messer zu laufen. Gegen Spieler, die auch schon in Super-League-Teams trainierten, Lehrgeld zu bezahlen. Samir Bajramovic lässt sich nicht beirren und setzt seine jungen Spieler ein. Er sagt, er sei stolz, wie diese sich präsentiert hätten. Trotz zwischenzeitlichen Baissen wie eben jenem 0:9 im Kanton Schwyz. Die Saison wird wegen Corona wiederum verkürzt, aber diesmal gewertet. Klingnau landet auf Rang 8, im Mittelfeld der Tabelle der 2. Liga inter Gruppe 5. Das Ziel war der Ligaerhalt. Es wurde erreicht.

Junge Mannschaft birgt auch Risiken

Nun steht die neue Saison vor der Türe, die Ambitionen sind aber trotz der erfreulichen Saison nicht etwa gestiegen. Bajramovic sagt, viele Teams hätten sich mit «Top-Spielern» verstärkt. Da könne und wolle der FC Klingnau nicht mithalten. Lieber will man weiterhin auf die Jungen aus der Region setzen. Und sowieso: Gute Einzelspieler alleine machen noch keine gute Mannschaft. Samir Bajramovic vertraut darauf, dass sein Team zu einer verschworenen Einheit wird, die miteinander ein Ziel erreicht.

Und welche Schwierigkeiten werden sich bieten in der neuen Saison? Bajramovic sagt, zum einen sei es nicht einfach vorherzusehen, wie die junge Mannschaft in die Saison hineinfindet und zum anderen sei es ganz wichtig zu wissen, dass man sich von der guten vergangenen Saison nichts kaufen könne. Deshalb würden die ersten Spiele wohl mitentscheidend sein, wie die Saison verläuft. Am Samstag ist der erste Gradmesser für Klingnau der FC Sursee. Gespielt wird um 18.15 Uhr auf dem Sportplatz Grie.

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