Würenlingen
Abgewählter Joe Merki: «Das Flugblatt hat mir sicher nicht geholfen»

Der abgewählte Gemeinderat Joe Merki und die SVP-Ortspartei lecken die Wahlwunden. Parteipäsident Robert Frech: «Das anonyme Flugblatt war nicht im Sinn der SVP und wurde ohne Wissen der Parteileitung gemacht.» Eine Partei-Aussprache steht an.

Angelo Zambelli
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Enttäuscht: Joe Merki. ZVG

Enttäuscht: Joe Merki. ZVG

Würenlingen hat am Wochenende eine Gemeinderatserneuerungswahl mit einer grossen Überraschung erlebt. Joe Merki (SVP), seit 12 Jahren in der Exekutive, wurde mit deutlichem Abstand abgewählt und durch Patrick Zimmermann von der FDP ersetzt.

«Wir sind schwer enttäuscht»

Für die SVP-Ortspartei ist dieses Ergebnis ein Desaster. Parteipräsident Robert Frech: «Wir sind vom Ergebnis schwer enttäuscht.» Frech räumt ein, dass im Vorfeld der Wahlen Fehler gemacht wurden: «Das anonyme Flugblatt war nicht in Sinn der SVP und wurde ohne Wissen der Parteileitung gemacht.» Frech kündigt eine parteiinterne Aussprache an, um zu klären, wie solche Vorkommnisse in Zukunft verhindert werden können. Für den Präsidenten der SVP Würenlingen steht fest, dass die Aktionen vor den Gemeinderatswahlen Kandidat Joe Merki geschadet haben. Er macht aber auch andere Gründe für die Abwahl von Joe Merki verantwortlich, möchte diese aber nicht im Detail erläutern. Es liege nun an der SVP, einen neuen Gemeinderats-Kandidaten zu finden, um entweder in vier Jahren oder allenfalls früher bereit zu sein.

Der abgewählte Joe Merki selbst akzeptiert den Entscheid der Stimmberechtigten, gibt aber dennoch zu, dass er vom Wahlergebnis enttäuscht ist. «Würde ich etwas anderes behaupten, wäre das nicht ehrlich.» Grosse Ursachenforschung will Merki nicht betreiben. Er sagt nur so viel: «Das anonyme Flugblatt von Primo Miotti hat mir sicher nicht geholfen. Doch jedes Kapitel geht einmal zu Ende. Was ich bedaure, ist, dass die Ortsbürger durch meine Abwahl die Mehrheit im Gemeinderat verlieren.»

«Resultat spricht klare Sprache»

Neu-Gemeinderat Patrick Zimmermann zeigte sich überrascht und erfreut vom Wahlergebnis. «Die Deutlichkeit des Resultats spricht ein klare Sprache. Die Stimmberechtigten brachten damit zum Ausdruck, dass sie einen Gemeinderat wollen, der teamorientiert arbeitet und gemeinsam nach Lösungen sucht.» Nicht gewünscht sei, dass sich die Gemeinderäte bekriegen und sich gegenseitig in den Rücken fallen. Die Reaktionen auf seine Wahl beschreibt Zimmermann als «durchweg positiv».

Die politischen Sporen hat Zimmermann während der Studienzeit als Vorstandsmitglied der Jungfreisinnigen in Baden abverdient. Nach seiner Rückkehr nach Würenlingen, wo er aufgewachsen ist, trat Zimmermann der FDP-Ortspartei bei. Seit fünf Jahren gehört er dem Vorstand an. Der 40-Jährige ist verheiratet und Vater zweier Buben im Kindergarten- und Vorkindergartenalter. Als vordringlichste Aufgabe bezeichnet er, die Schritte der Gemeinde Würenlingen in die Zukunft vorzubereiten und seinen Teil zur Kontinuität im Rat beizutragen.

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