Unteres Aaretal
Am Klingnauer Stausee soll ein Storchenparadies entstehen

Störche lassen sich wieder im Unteren Aaretal nieder. Pro Natura plant deshalb Plattformen im Schutzgebiet des Klingnauer Stausees.

Daniel Weissenbrunner
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Der Storch ist zurück im Schutzgebiet «Machme». Anja Probst

Der Storch ist zurück im Schutzgebiet «Machme». Anja Probst

zvg / Anja Probst

Die Storchen-Population scheint sich im Unteren Aaretal zu erholen. Am Klingnauer Stausee wurden zuletzt wieder vermehrt Störche gesichtet. Vieles spreche dafür, dass sie nächstens brüten, teilt Pro Natura in einer Information mit. Einer hat inzwischen mit dem Bau eines Horstes auf einem Betonmast einer Stromleitung begonnen. Das sei keine glückliche Wahl, denn der Mast sei nicht geeignet für das Storchennest, sagt Pro-Natura-Präsident Matthias Betsche.

Der Nistplatz wird mittelfristig entsprechend umgebaut. In der Zwischenzeit werden Holzmasten mit einer speziellen Plattform aufgestellt. Sie sollen die Wiederansiedlung der Störche rund um das Schutzgebiet «Machme» begünstigen. Weitere zwei sollen noch entstehen, so Betsche. Errichtet werden sie vom Reservatsvorsteher am Klingnauer Stausee, Hans Döbeli.

Das über 13 Hektare umfassende Schutzgebiet liegt im Osten des Stausees und beherbergt einen der grössten Altarme im Unteren Aaretal. Ausgedehnte Schilfröhrichte und offene Wasserflächen prägen den Lebensraum für Amphibien, Fische und Vögel. Pirol, Teichrohrsänger, Rohrammer, Wasserralle und Zwergtaucher sind typische Bewohner der «Machme».

Der Klingnauer Stausee in Bildern:

Der Klingnauer Stausee im Porträt: Die Bevölkerung des Unteren Aaretals weiss nur zu gut, dass man in der Naturperle die Seele baumeln lassen kann.
29 Bilder
Der Klingnauer Stausee aus der Vogelperspektive. Das Naturzentrum ist auf der Kleindöttinger Seite (im Bild links) geplant.
Promotoren des Naturzentrums: Kathrin Hochuli, Geschäftsführerin Birdlife Aargau, Werner Müller, Geschäftsführer Birdlife Schweiz, und Simon Egger, Leiter Sektion Natur und Landschaft beim Kanton Aargau, (v.l.) auf dem Aussichtsturm beim Klingnauer Stausee.
Der Blick über den Klingnauer Stausee von Döttingen her.
Für Vogelkundler (Ornithologen) ist der Klingnauer Stausee ist Begriff – man trifft sie fast täglich hier an.
Zuletzt sorgte der Klingnauer Stausee mehrfach für Schlagzeilen, weil wegen der Verlandung (durch angeschwemmte Sedimente) viel Material ausgebaggert werden soll.
Das Wasserkraftwerk Klingnau: Es produziert pro Jahr durchschnittlich rund 225 Gigawattstunden (GWh) elektrische Energie. Das entspricht dem Verbrauch von 50'000 Haushalten. Es ist im Besitz eines Konsortiums von Axpo und AEW Energie AG.
Blick auf das Vogelparadies Klingnauer Stausee von Kleindöttingen her. Klingnau liegt auf der anderen Seeseite.
Rund um den Klingnauer Stausee mit dem Velo unterwegs – das ist problemlos möglich.
Blick auf den Klingnauer Stausee mit Döttingen (links), Klingnau (Mitte) und dem AKW Leibstadt (im Hintergrund).
Der Klingnauer Stausee gilt als Naturparadies.
Den Weg rund um den Stausee nutzen auch viele Freizeitsportler – gerade an sonnigen Tagen.
Beliebt: Schwände und Enten füttern am Klingnauer Stausee.
Schwäne und Enten auf einer Insel im Klingnauer Stausee.
Zwei junge Rauchschwalben warten einträchtig auf die Mutter mit dem Futter.
Der letzte Atemzug – bevor der kleine Frosch im Rachen des Graureihers verschwindet.
Eine Rostgans geniesst das Bad im Klingnauer Stausee...
..., wie auch dieses Bild zeigt.
Seltener Gast. Ein Löffler rastet am Klingnauer Stausee.
Für seinen Zurzibiet-2015-Kalender hat der Zurzacher Zeichner Andreas Güntensperger dieses Bild vom Klingnauer Stausee mit Döttingen im Hintergrund gezeichnet.
Weisse Pracht: Ein Seidenreiher auf der Jagd am Klingnauer Stausee.
Auf Klingnauer Seite befindet sich das Naturschutzgebiet Machme, wo Wasserbüffel zeitweise leben und grasen.
Ein Alpenstrandläufer am Klingnauer Stausee auf Futtersuche.
Einfach schön: Die Skyline am Klingnauer Stausee.
Eine Anlegestelle mit einem Boot der Klingnauer Pontoniere. Sie trainieren allerdings nicht auf dem Stausee, sondern unterhalb des Wasserkraftwerks.
Eine der vielen gefiederten Schönheiten am Naturparadies: Eine Kolbente (Männchen).
Blick vom Winzerdorf Döttingen auf Reben, Klingnau und den Klingnauer Stausee.
An Silvester findet alljährlich der Gippinger Stauseelauf statt: Hunderte Läufer nehmen jeweils daran teil.

Der Klingnauer Stausee im Porträt: Die Bevölkerung des Unteren Aaretals weiss nur zu gut, dass man in der Naturperle die Seele baumeln lassen kann.

Bei Pro Natura ist man über die Rückkehr der Störche erfreut. Zwischen 1965 und 1980 war ein starker Rückgang zu beklagen. Seither nehmen die Zahlen nun wieder zu – auch im Kanton Aargau. «Wir befinden uns auf Kurs und haben den Turnaround geschafft», sagt Johannes Jenny, Geschäftsführer von Pro Natura. Dass sich die Tiere in der Region wieder niederlassen, führt er auch auf einen Entscheid aus dem Jahr 1994 zurück. Damals trat der Verfassungsartikel zum Auenschutzpark im Kanton Aargau in Kraft. Inzwischen ist die Auenfläche von damals 600 auf über 1600 Hektaren angewachsen. Grosse Renaturierungsprojekte hätten den Aargauer Flüssen ein Stück Auendynamik zurückgegeben.

Wie das Storchenparadies im Schutzgebiet künftig im Detail aussehen wird, soll Gegenstand von Gesprächen mit Kanton, Gemeinden und weiteren interessierten Organisationen sein.

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