ATLANTIC CHALLENGE
Wegen Wetterkapriolen Umweg gewählt: Döttinger Ruderer und sein Team hoffen auf Passatwind

Seit einer Woche sind Samuel Widmer aus dem Zurzibiet und seine drei Teamkollegen auf hoher See: Unter dem Namen «SwissRaw» messen sie sich auf dem Atlantik beim härtesten Ruderrennen der Welt. Sie hoffen weiterhin, den Weltrekord brechen zu können.

Stefanie Garcia Lainez
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«SwissRaw» hat als einziges Team bereits 550 nautische Meilen zurückgelegt.

«SwissRaw» hat als einziges Team bereits 550 nautische Meilen zurückgelegt.

Bild: zvg

Seit einer Woche nun rudern der Döttinger Samuel Widmer und seine Teamkollegen Jan Hurni, Roman Möckli und Ingvar Groza über den Atlantik. Sie fahren an der «Atlantic Challenge» mit, dem wohl härtestes Ruderrennen der Welt. Mit Seekrankheiten hatten die vier Freunde nicht zu kämpfen. Dafür wurde das Ruder der Mittelposition wegen einer Welle unters Boot gezogen. Dabei verbog sich die Dole, die aber unterdessen wieder repariert ist.

Wegen des Wetters wählte das Team «SwissRaw» von Beginn weg eine andere Route. Teilweise sassen drei gleichzeitig an den Rudern, während ein Teammitglied eine Pause einlegte. «Unterdessen haben wir eine weitere Kurskorrektur gemacht und holen noch weiter nach Süden aus», sagt Teammanager Yves Neupert. Dies, weil der Wetterrouter starke Gegenwinde weiter nördlich vorausgesagt hat.

Das Team ist bis jetzt weiter gerudert als die anderen

«Wir hoffen nun, dass wir einen Passatwind erwischen und so mit Rückenwind den Umweg mehr als wett machen können», ergänzt er. Denn das Ziel sei nach wie vor, die 3000 Seemeilen in 29 Tagen zurückzulegen und so den aktuellen Weltrekord zu brechen. Unterdessen seien auch einige der anderen 35 Teams zu ihrer Position hinuntergezogen.

«SwissRaw» liegt inzwischen auf Platz 3. «Das Leaderboard ist aber nicht so aussagekräftig», sagt Yves Neupert dazu. Denn dies zeige die Luftlinie direkt ins Ziel an.

«Wir sind aber am schnellsten und
am weitesten gerudert.»

Als einziges Team hätten sie bereits 550 nautische Meilen zurückgelegt.

Die aktuellen Wetterbilder würden zeigen, wie flach und windstill es zurzeit auf der Route von «SwissRaw» sei. Dies sehe nur auf den ersten Blick gut aus, in Realität sei dies für die Crew ein brutal harter Kampf. «Jede Meile muss durch harte Arbeit verdient werden», sagt Neupert. Einige Crews seien in Richtung Süden gerudert, um einen Sturm zu vermeiden, der aber mittlerweile wieder Hunderte Meilen nördlich und damit ausgeblieben sei.

«Wie von uns erwartet haben Teams, die eine nördlichere, direkte Linie nehmen, jetzt aber Gegenwind», so Neupert weiter. Es sei nun mal pokern - entweder eine kürzere Route mit langsameren, schwierigeren Bedingungen oder ein längerer Weg, um das schlechteste Wetter zu vermeiden. «Wir bleiben bei unserer Strategie», zeigt sich Yves Neupert kämpferisch. Es gelte, weiterhin Vollgas zu geben und die Nerven zu behalten.

Gleichzeitig mit dem Rennen ist auch das neue Crowdfunding auf der Plattform «I Believe In You» gestartet. Das Team hofft, so noch etwas Geld sammeln zu können, um die fehlenden rund 30’000 Franken einzufahren und vor allem auch, um dem Kinderhilfswerk Kovive nach dem Rennen einen schönen Spendenbetrag überbringen zu können.

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